Zur Exkommunikation von Martha und Gerd Heizer (Österreich).

 

Es ist bemerkenswert, dass wir innerhalb von 12 Jahren  mindestens zweimal Zeugen eines verantwortlichen Handelns gegen bestehende, aber überholte kirchliche Gesetze geworden sind:

Im Jahre 2002 haben 7 mutige Frauen das diskriminierende Gesetz ihres Ausschlusses von der Ordination (c. 1024 CIC) öffentlich übertreten. Sie bezeugten durch diesen Schritt, dass Frauen ebenso wie Männer zum priesterlichen Dienst in der Kirche berufen sind und dass diese Berufungen von der Kirchenleitung nicht weiterhin ignoriert und übergangen werden dürfen!

 

Aus dieser Initiative hat sich die Priesterinnenbewegung (RCWP) entwickelt – sie  ist inzwischen eine  internationale Bewegung  geworden  und zählt jetzt ca 200 Mitglieder weltweit (Stand Mai 2014).

 

Bei der Eucharistiefeier, von Laien gestaltet und geleitet (Fall Ehepaar Heizer), handelt es sich ebenfalls um ein Handeln 'contra legem'. Auch für dieses Handeln gibt es heute – angesichts des Priestermangels – beachtenswerte Gründe. Als Folge dieses Vorgehens könnte und sollte die Stellung der 'Laien' in der Kirche neu reflektiert und gehoben werden, entsprechend ihrer Würde als getaufte Christinnen und Christen!

 

Auf  beide Handlungsweisen antwortete die Kirchenleitung mit der höchsten Kirchenstrafe: der Exkommunikation. Diese Reaktion zeigt in einem  erschreckenden Maße die Unfähigkeit der derzeitigen Kirchenleitung, mit solchen Konflikten umzugehen: Sie greift zur plumpen „Holzhammermethode“!

 

Beide Exkommunikationen (2003 und 2014) sind unangemessen und ungerecht.

Das sollte nicht vergessen werden! Den davon betroffenen Menschen sollte Solidarität und Wertschätzung, besonders von den Reformgruppen, entgegen gebracht werden!

 

Juni 2014

Für die deutsche Sektion der internationalen Priesterinnenbewegung:

Ida Raming, Dr. theol., contra legem ordinierte Priesterin; seit Januar 2003 exkommuniziert.

 

 

Pressemitteilung
Wir sind Kirche im Bistum Rottenburg-Stuttgart
Pink-Smoke-Tour

 

Veranstaltung über die Berufung von Frauen zum priesterlichen Dienst darf nicht im Haus der Katholischen Kirche stattfinden

 

Stuttgart 28. August 2013 

  

Film und anschließende Diskussion mit Regisseurin und Pater Roy Bourgeois wurden kurzfristig abgesagt. 

  

Mit großem Bedauern nimmt Wir sind Kirche im Bistum Rottenburg-Stuttgart die Entscheidung der Geschäftsleitung des Hauses der Katholischen Kirche in Stuttgart zur Kenntnis, einen für 3. September zugesagten Veranstaltungsraum zu stornieren, weil sie nicht informiert war über Inhalt und Titel des zu zeigenden Dokumentarfilms“, erklärt Siegbert Maier-Borst. „Bisher haben wir immer gut zusammengearbeitet.

 

Die Gleichstellung der Frauen in der Kirche ist eine Zielsetzung von Wir sind Kirche und dies ist seit Jahren bekannt. Und das Haus der Katholischen Kirche hat uns seine Räume bisher immer für alle unsere Treffen und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Eine Auflage zur Abstimmung der Veranstaltungsinhalte möchten wir nicht akzeptieren“.

 

„Das Haus der Katholischen Kirchesollte allen Veranstaltungen offen stehen, auch wenn Meinungen vertreten werden, die von der Linie der Kirchenleitung abweichen. Wie  sonst können wir den Dialog auf diözesaner Ebene führen und uns in den Gesprächsprozess der Bischöfe einbringen?“ fragt Magnus Lux, Mitglied des Bundesteams von Wir sind Kirche. „Diese Absage ist nicht im Sinne des Gesprächsprozesses, der ja hier in Stuttgart weitergeführt werden soll. Sie ist auch deshalb unverständlich, weil bisher das Klima in dieser Diözese von Respekt gekennzeichnet war.“

 

Der strittige Dokumentarfilm, ein preisgekröntes Werk der US-amerikanischen Filmmacherin Jules Hart, lässt Frauen zu Wort kommen, die in sehr eindringlicher Weise von ihrer Berufung zum priesterlichen Dienst in der katholischen Kirche sprechen. Doch auch die offizielle Position der Amtskirche wird ausführlich dargelegt. Einen Höhepunkt des Filmes bildet das Plädoyer von Pater Roy Bourgeois für ein Ende des Sexismus in der katholischen Kirche. Pater Roy erhielt 2005 für seinen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit in Lateinamerika den Aachener Friedenspreis. „Frauen machen 80% der Arbeit in der Kirche. Sie vom Priestertum auszuschließen, ist Unrecht“, sagte er im Film. Ende 2012 wurde er wegen seiner Befürwortung der Frauenordination  vom Priesteramt suspendiert, aus seinem Orden ausgeschlossen und exkommuniziert.

 

Die Veranstaltung ist Teil einer „Pink Smoke over the Vatican“-Tour durch Deutschland, bei der Jules Hart und Pater Roy den Film zeigen und anschließend mit dem Publikum diskutieren. Stationen der Tour sind Bonn30.8., Freiburg  31.8., Luzern 31.8., Frankfurt1.9., Köln2.9., Stuttgart3.8., Ingolstadt 4.9., Innsbruck 4.9., Jona-Rapperswill 5.9., Münster6.9., Regensburg7.9., Heilbronn7.9..

 

In Stuttgart wird die Veranstaltung vom Haus der Katholischen Kirche in das Café Künstlerbund, Schlossplatz 2, verlegt und findet dort um 16 Uhr statt. 

 

Weitere Information über die Tour: www.pink-smoke-tour.de

 

Kontakt für die Medien:

Siegbert Maier-Borst, Tel:  08131-260 250

Bernhard Aurin, Tel: 0152-27451183

Elfriede Harth, Tel: 0176-25669852

Magnus Lux: Tel: 0176-41266392

 

 

 

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© Regina Ladewig