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Presse-Erklärung: Zum Streit um das Diakonat der Frau

Presse-Erklärung: Zum Streit um Diakonat für Frauen

 

 

„Zollitsch will Frauen als Diakone zulassen“
das berichtet die Sächsische Zeitung in ihrer „online“-Ausgabe vom 28.04.13.

 

Zum Abschluss der viertägigen Diözesanversammlung in Freiburg (Br.), auf der Reformvorschläge auf verschiedenen Gebieten verabschiedet wurden, rief der Erzbischof dazu auf, „die Reformdebatte in der katholischen Kirche fortzuführen“.

 

„Wir wollen hier in Deutschland den Spielraum, den wir haben, nutzen und
Veränderungen anstoßen“, sagte Zollitsch, „der Diakonat der Frau sei kein
Tabu“. Einschränkend meinte er jedoch, „dies aber auf der Grundlage der Lehre
der katholischen Kirche“, was bedeute, dass das Priesteramt weiter den Männern
vorbehalten bleibe. Für Frauen werde es ein ‚spezielles Amt als Diakoninnen’
geben, – anscheinend also doch kein gleichrangiges Diakoninnenamt!?

 

Trotz dieser fundamentalen Einschränkung gab es gegen den Reformvorschlag von Erzbischof Zollitsch sogleich heftigen Widerspruch von Seiten des neuen Regensburger Bischofs Voderholzer. Er erklärte: Genauso wie das Priester- und Bischofsamt gehöre der Diakonat untrennbar zum Weihesakrament. Dieses Sakrament sei gemäß der biblisch begründeten Tradition der Kirche Männern vorbehalten.

 

Offensichtlich scheut sich keiner dieser hohen Amtsträger, das Prinzip:

„... den Männern vorbehalten“ zu verwenden, obwohl es dem Geist Jesu Christi diametral widerspricht! Denn „in Christus“ gilt auf Grund von Glauben und Taufe „nicht .... männlich und weiblich“ (Gal 3,28). Wann endlich wird diese christliche Botschaft in ihrer Bedeutung anerkannt und auch in den kirchlichen Strukturen (Ämterordnungen etc.) verwirklicht!?

 

Wir, Mitglieder der internationalen Bewegung „Römisch-Katholische Priesterinnen“ (RCWP), haben – übrigens in Übereinstimmung mit dem Report der Päpstlichen Bibelkommission von 1976 – längst nachgewiesen, dass sich der Ausschluss der Frauen von Diakonat und Priesteramt vom NT her nicht begründen lässt und auf unhaltbaren theologischen Argumenten basiert. Dem entsprechend haben wir gehandelt und sind unserer von Gott gegebenen Berufung zum diakonalen und priesterlichen Dienst gefolgt.

 

„Veritas vincit – die Wahrheit wird siegen“
auch im Hinblick auf Diakonat und Priesteramt für Frauen!

 

Für die deutsche Sektion der internationalen
Priesterinnenbewegung (RCWP) –

 

Ida Raming, Dr. theol., Stuttgart, 03.05.2013

 

 



Kommentar zu „ Verwirrung um „Diakonenamt“ für Frauen

 

 

Wenn es um die Frage der Ordination von Frauen zu Diakoninnnen und Priesterinnen in der Röm. Kath.Kirche geht, erfolgt ostentativ der Lehrsatz alsAntwort :

 

„Nach röm. kath. Lehre kann ein Weiheamt nur empfangen ein getaufter Mann“.

 

Ich frage mich:

 

Wenn die röm.kath. Kirche sich wirklich als in der Nachfolge Jesu Christi stehend sieht, muß ihr Handeln auch dem Handeln Jesu Christi entsprechen.

Alle 4 Evangelien berichten von Frauen und Männern,die Ihm folgten und dienten
und mit Ihm zu Tische saßen.

 

Jesus lehrte Frauen, was es in der damaligen jüdischen Tradition nicht gab.

Beispiel: Jesus bei Maria und Marta in Betanien.

 

Es ist erwiesen,dass es in der frühen Kirche Frauen gab, die den Gottesdienst in

ihrer kleinen Hauskirche leiteten und überhaupt für die Gemeinde verantwortlich waren. z.B. Lydia, Phoebe, Junia.

 

Und war es nicht eine Frau – Maria von Magdala – die vom Auferstandenen

gesandt wurde, den anderen Jüngern, die sich aus Furcht eingeschlossen hatten,die Botschaft von der Auferstehung Jesu zu verkünden und sie auf den Weg nach Galiläa zu weisen ? Sie wird seitdem Apostola Apostolorum genannt.

 

Fazit: Die Lehre vom Ausschluß der Frauen vom saktramentalen Dienst in der Kirche ist eine Irrlehre.

 

Ein zweites Argument gegen die Ordination von Frauen lautet: „ Wir wollten ja gerne, haben aber keine Vollmacht“.

 

Ich frage mich: Hat die Kirche,deren ordinierte Diener sich des Missbrauchs schuldig gemacht haben, überhaupt noch Vollmacht?

Wie geht die Kirchenleitung mit Priestern um, die in einer Beziehung zu einer Frau stehen und Väter sind ? Wird hier nicht einfach weggeschaut anstatt sich dem Problem des Pflichtzölibats zu stellen ?

Ist Vollmacht nicht eine Gabe göttlicher Geistkraft,die allen Getauften in Taufe und Firmung zugesagt und geschenkt wird ,die aber Lauterkeit voraussetzt?

 

Fazit: Die Ablehnung von Frauen in sakramentalem Dienst kann nicht durch das Evangelium begründet werden. Der wahre Grund liegt in dem Beharren in
der in patriarchaler Zeit entstandenen Tradition. Dieses Festhalten lähmt und
gibt dem Wirken Heiliger Geistkraft keinen Raum;wir sind aber alle,Frauen und
Männer, zum Leben und zur Freiheit und zur Verkündigung gerufen !

 

 

5.5.2013          Irmingard Riedl,  RCWP

Jubiläum: 10 Jahre "Danube Seven"

Presse-Erklärung

 

Zehn Jahre Priesterinnenbewegung

(RCWP-international) in der röm.-kath. Kirche

 

Vor 10 Jahren (am 29.06. 2002) ereignete sich die erste öffentliche Ordination von Priesterinnen in der römisch-katholischen Kirche.

Einige der sieben ordinierten Frauen hatten sich bereits
seit dem 2. Vatikanischen Konzil in Wort und Schrift für die Frauenordination eingesetzt.

Im Laufe von 10 Jahren ist aus diesem kleinen Anfang
(2002) inzwischen eine wachsende internationale Bewegung geworden.

Zur Zeit üben ca. 130 Priesterinnen (darunter einige
Kandidatinnen) in verschiedenen Ländern ihren Dienst aus: z.B. in Hauskirchen und in größeren Gemeinden, in Krankenhäusern, in der Altenpflege sowie in Gefängnissen und in der Obdachlosenarbeit. So gestalten sie im Geist Jesu Christi eine gegenläufige frauenfreundliche Tradition innerhalb der erstarrten römisch-katholischen Kirche.

 

Historischer Hintergrund:

Angesichts wachsender internationaler Bewegung für die
Frauenordination in der nachkonziliaren Phase hatte die vatikanische
Kirchenleitung bereits 1977 eine Erklärung gegen die Zulassung von Frauen zum Priesteramt veröffentlicht, obwohl dem
Report der Päpstlichen Bibelkommission (1976) zufolge das Neue Testament keine Grundlage dafür bietet, Frauen endgültig
vom Priesteramt auszuschließen. Dennoch wurde die Frauenordination durch das Apostolische Schreiben Johannes Pauls II. Ordinatio
Sacerdotalis
(1994) „definitiv“ ausgeschlossen.

Die Ablehnung der Frauenordination seitens der vatikanischen
Kirchenleitung beruht eindeutig auf theologisch nicht tragfähigen,
frauenfeindlichen Gründen; deshalb stößt sie weltweit bei katholischen Frauen und in kirchlichen Reformbewegungen auf zunehmenden Widerstand.

 

Für die deutsche Sektion der internationalen Bewegung „Roman
Catholic Women Priests“ (RCWP): Ida
Raming, Dr. theol., Stuttgart, Juni 2012

 

Exemplarisch sind hier einige der zahlreichen Pressedokumentationen hinterlegt...

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© Regina Ladewig