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40 Jahre WOW-Konferenz 

40 Jahre WOW-Konferenz in Philadelphia (USA)

Im September ging es nach Philadelphia. Wir waren sowohl aktive Mitgestalterinnen als auch Zuhörerinnen.

Hier finden Sie einen Kurzbericht und die besten Fotos.

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„Women's Ordination Worldwide“ – Konferenz in Philadelphia – September  2015

 Es war ein großes Ereignis: die Konferenz des internationalen Netzwerkes  „Women's Ordination Worldwide“, in der viele Verbände und Gruppen zusammen geschlossen sind, die für die Frauenordination eintreten!  Ort und Zeit für dieses Ereignis waren gut gewählt:   Philadelphia, die Stadt in den USA,  die für den Geist der Befreiung, Demokratie und Freundschaft  in den USA steht.  Zudem: der Papstbesuch stand unmittelbar bevor!
Etwa 500 Teilnehmerinnen und auch einzelne Teilnehmer versammelten sich dort.  Sie kamen mit dem klaren Entschluss, die Bewegung für die Frauenordination und für  Befreiung der Frauen in der katholischen  Kirche öffentlich  zu unterstützen – sie waren voller Zuversicht, Kraft und Inspiration.
Solch ein Groß-Ereignis können nur die Frauenbewegungen in den USA zustande bringen, – aber die Teilnehmerinnen kamen nicht nur von dort, sondern aus 19 verschiedenen Ländern
und aus 5 Kontinenten. 

Konferenzthema: „Gender, Gospel and Global Justice“ 

Dieses Thema  bezieht sich nicht nur auf das Unrecht  des noch andauernden Ausschlusses der Frau vom Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche, sondern darüber hinaus auf die Diskriminierung und Benachteilligung von Frauen in vielen Teilen der Welt.
Mehrere Vorträge zur Thematik und zahlreiche workshops wurden angeboten, darunter auch unser workshop (verantwortlich dafür waren  u.a. Dr. Dorothy Irvin, die sich seit langem mit den archäologischen Zeugnissen für die Existenz von Diakoninnen,  Priesterinnen sowie auch von Bischöfinnen aus den frühen Jahrhunderten der Kirchengeschichte befasst.) Das Thema lautete „From Suppression to Freedom“ -  „Von Unterdrückung zur Befreiung“. Ich  berichtete (anhand von Filmausschnitten) von dem langen beschwerlichen Weg, den Frauen in der katholischen. Kirche seit dem 2. Vatikanischen Konzil für ihre Befreiung aus unwürdigen Fesseln zurück gelegt haben, ohne bislang einen endgültigen Durchbruch: Zulassung von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche erreichen zu können. 

Die Internationale Priesterinnenbewegung (RCWP/ARCWP) als Pioniergruppe

Aber als  Schrittmacherin  auf Weg  zu diesem Ziel war unsere internationale Priesterinnenbewegung (RCWP/ARCWP) auf der Konferenz sehr gut vertreten; von vielen Frauen wird diese Bewegung (contra legem) als zielführend und inspirierend anerkannt, weil er den ordinierten Frauen – ihre Zahl ist im ganzen auf über 200 angestiegen – bereits jetzt ermöglicht, seelsorgliche Dienste für Frauen und auch für Männer, die diese Bewegung unterstützen, anzubieten. Auf diese Weise machen sie Frauen in priesterlichen Ämtern/Diensten präsent, was für die Menschen in der Kirche ein wichtiges Zeugnis bedeutet.
Vier Priester, die wegen ihres öffentlichen Einsatzes für die Frauenordination  von seiten der Amtskirche – bis hin zur Exkommunikation - bestraft wurden, darunter Roy Bourgeois, ein ehemaliger Ordenspriester, sprachen sich auf der Konferenz mutig für die Frauenordination aus. Sie stehen zu ihrem Handeln, obwohl es ihnen persönliche und existentielle Nachteile gebracht hat,  und legten damit ein glaubwürdiges Zeugnis der Solidarität mit den Frauen in der Kirche ab.

Die Botschaft von Sr. Theresa Kane an den Papst
Ein besonderes Ereignis auf dieser Konferenz war die Teilnahme der über 80jährigen Ordensschwester Theresa Kane, die als Vorsitzende des „LeadershipCircle of Women Religious“ (LCWR) bereits im Jahre 1979 von dem damaligen Papst Johannes Paul II. anlässlich seines USA Besuchs volle Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche gefordert hatte – allerdings völlig  vergeblich! Sr. Theresa wurde von ihm schroff zurück gewiesen -  aus patriarchalischem Un-Geist!
In diesem Jahr – anlässlich des bevorstehenden Besuchs von Papst Franziskus in Philadelphia – gab Sr.  Theresa wiederum ein kraftvolles Statement für die Frauen in der katholischen Kirche ab:
Sie betonte u.a. :
„Damit die katholische Kirche die Botschaft Gottes in unserm 21. Jh. verkünden kann, müssen wir eine klare Sicht haben: dass nämlich die Herabwürdigung (Diskriminierung) der Frauen weltweit – in allen Ländern unseres Planeten – die Haupt-Ursache, das Hauptproblem sozialer und religiöser Gewalt ist ( - nicht von Gott verursacht)...

Wir sollten einen liebenden,  sorgenden, kreativen Gott in die Mitte unseres täglichen Lebens bringen, indem wir alle Formen von Ungleichheit zwischen den Geschlechtern  überwinden. Nur dann kann Gott als „Mutter, Vater“, als göttliche Quelle der Gnade in unserer Welt gegenwärtig sein.

Ich bitte Sie dringend, Papst Franziskus, auf die Frauen in der Kirche und in der Welt zu hören! ... Nur eine radikale Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in Kirche und Gesellschaft wird dazu führen, die Gewalt, den Hass und andere Formen der Inhumanität in unserer heutigen Welt zu überwinden ...“.

Diese Worte und der langjährige Einsatz dieser Ordensschwester werden nicht vergeblich sein. Immer mehr Frauen kämpfen mit Mut und Ausdauer für volle Gleichberechtigung der Frauen, für ihren Zugang zu allen kirchlichen Diensten und Ämtern.
Diese Bewegung kann nicht mehr gestoppt werden, auch wenn Papst Franziskus in einem Interview auf der Rückreise aus den USA auf die Anfrage eines Journalisten: „Werden wir   eines Tages Priesterinnen in der katholischen Kirche sehen?“ wiederum sein Nein zu Frauenordination und Priesterinnen bekräftigte: „That  cannot be done...“. 
Aber Gottes heilige Geistkraft, die in vielen Menschen aktiv ist, wird dieses „Nein“  und damit den patriarchalischen Un-Geist, der noch immer auf der römisch-katholischen Kirche lastet, überwinden! Wahrheit wird letztlich siegen!

Ida Raming, Dr. theol., (Mitglied der internationalen Priesterinnenbewegung RCWP)

Demonstration bei Papstbesuch

 

Wir sind da! Uns gibt es - und unsere Berufungen auch!

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