Ereignisse 2003

27. Januar 2003   Vatikan-Dekret bestätigt nochmals: 'Priesterinnen'

 

sind exkommuniziert

 

(12:44 Uhr)

Am 29. Juni 2002 hat der Gründer einer schismatischen Gemeinschaft namens Romulo Antonio Braschi versucht, den katholischen Frauen Christine Mayr-Lumetzberger, Adelinde Theresia Roitinger, Gisela Forster, Iris Müller, Ida Raming, Pia Brunner e Dagmar Braun Celeste, die unter dem Namen Angela White auftrat, die Priesterweihe zu erteilen.

Im Anschluss an die vorausgehenden Stellungnahmen des Bischofs von Linz und der Österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichte die Kongregation für die Glaubenslehre am 10. Juli 2002 eine Erklärung, in der sie die genannten Personen verwarnte, dass sie mit der Exkommunikation bestraft würden, wenn sie nicht bis zum 22. Juli 2002 die Nichtigkeit der empfangenen "Weihe" anerkennen und für das bei den Gläubigen verursachte Ärgernis um Verzeihung bitten. Weil diese kein Zeichen der Reue zeigten, bestätigte die Kongregation mit Dekret vom 5. August 2002, dass der "weihende" Bischof, da Schismatiker, bereits zuvor exkommuniziert war, und verhängte über die oben erwähnten Personen die dem Heiligen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation; zugleich brachte sie ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass diese den Weg der Umkehr finden.

Die betroffenen Personen veröffentlichten daraufhin Briefe und Interviews, in denen sie sich von der Gültigkeit der empfangenen "Weihe" überzeugt erklärten. Sie verlangten eine Änderung der endgültigen Lehre, gemäß der die Priesterweihe ausschließlich Männern vorbehalten ist, und bekräftigten, dass sie die "Messe" und andere "Sakramente" für kleine Gruppen feiern. Mit Schreiben vom 14. August 2002 beantragten sie die Abänderung des Exkommunikationsdekretes, und mit Schreiben vom 27. September 2002 legten sie mit Hinweis auf die cann. 1732-1739 CIC Beschwerde gegen das genannte Dekret ein. Am 21. Oktober 2002 wurde ihnen mitgeteilt, dass ihre Anfragen den zuständigen Instanzen vorgelegt würden.

Der Antrag auf Abänderung des Dekrets sowie der Rekurs wurden am 4. und 18. Dezember 2002 von der Ordentlichen Versammlung der Kongregation geprüft. An den Sitzungen nahmen die in Rom ansässigen Mitglieder der Kongregation teil, nämlich die Kardinäle Joseph Ratzinger, Alfonso López Trujillo, Ignace Moussa I. Daoud, Giovanni Battista Re, Francis Arinze, Jozef Tomko, Achille Silvestrini, Jorge Medina Estévez, James Francis Stafford, Zenon Grocholewski, Walter Kasper, Crescenzio Sepe und Mario Francesco Pompedda sowie die Bischöfe Tarcisio Bertone SDB und Rino Fisichella. Bei diesen Zusammenkünften wurde kollegial entschieden, den genannten Rekurs zurückzuweisen. In der Angelegenheit ist nämlich eine hierarchische Beschwerde nicht zulässig, weil das Exkommunikationsdekret von einem Dikasterium des Heiligen Stuhles ausgestellt wurde, das im Namen des Papstes handelt (vgl. can. 360 CIC). Um jeden Zweifel in der Sache zu beseitigen, hielten es die Mitglieder der Kongregation für notwendig, einige grundlegende Punkte noch einmal zu bekräftigen.

1. Klar festzuhalten ist, dass es sich bei dem vorliegenden Fall nicht um eine Tatstrafe handelt, die durch das Begehen einer vom Gesetz ausdrücklich festgelegten Straftat eintritt, sondern um eine Spruchstrafe, die nach der gebotenen Verwarnung der Täter verhängt wurde (vgl. cann. 1314; 1347 § 1 CIC). Gemäß can. 1319 § 1 CIC hat diese Kongregation die Vollmacht, durch Verwaltungs-befehl bestimmte Strafen anzudrohen. 2. Die besondere Schwere der vorgenommenen Handlungen ist offenkundig und weist verschiedene Aspekte auf.

a) Der erste Aspekt ist schismatischer Natur: Die genannten Frauen ließen sich von einem schismatischen Bischof "weihen" und traten, ohne sich formell seinem Schisma anzuschließen, in eine Mittäterschaft mit dem Schisma.

b) Der zweite Aspekt ist lehrmäßiger Natur: Sie leugnen formell und hartnäckig die Lehre, die von der Kirche immer gelehrt und gelebt und von Johannes Paul II. in endgültiger Weise vorgelegt wurde, dass nämlich "die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden" (Apostolisches Schreiben Ordinatio sacerdotalis, Nr. 4). Die Leugnung dieser Lehre ist als Ablehnung einer Wahrheit, die zum katholischen Glauben gehört, zu qualifizieren und verdient deshalb eine gerechte Strafe (vgl. can. 750 § 2; 1371 1° CIC; Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Ad tuendam fidem, Nr. 4A).

Indem die betroffenen Personen diese Lehre ablehnten, behaupteten sie darüber hinaus, dass das päpstliche Lehramt nur verbindlich sei, wenn es auf einer Entscheidung des Bischofskollegiums basiere, vom sensus fidelium getragen sei und von maßgebenden Theologen angenommen werde. Auf diese Weise widersprechen sie der Lehre über das Lehramt des Nachfolgers Petri, die vom Ersten und vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorgelegt wurde, und anerkennen faktisch nicht die Unabänderlichkeit der Äußerungen des Papstes über Lehren, die in endgültiger Weise von allen Gläubigen zu halten sind.

3. Die Weigerung, dem von der Kongregation angedrohten Strafbefehl nachzukommen, wird dadurch erschwert, dass einige der genannten Personen dabei sind, Gruppen von Gläubigen zu bilden - in offenem und faktisch sektiererischem Ungehorsam gegenüber dem Papst und den Diözesanbischöfen. Wegen der Schwere dieser Widersetzlichkeit (vgl. can. 1347 CIC) ist die verhängte Strafe nicht nur gerecht, sondern auch notwendig, um die rechte Lehre zu verteidigen, die Gemeinschaft und die Einheit der Kirche zu wahren und das Gewissen der Gläubigen zu orientieren.

4. Die oben erwähnten Mitglieder der Kongregation für die Glaubenslehre bekräftigen deshalb das Exkommunikationsdekret, das am 5. August 2002 ausgestellt wurde, und stellen noch einmal klar, dass die versuchte Priesterweihe der genannten Frauen nichtig und ungültig ist (vgl. can. 1024 CIC) und deshalb auch die dem priesterlichen Amt eigenen Handlungen, die von ihnen vorgenommen wurden, nichtig und ungültig sind (vgl. cann. 124; 841 CIC). Als Folge der Exkommunikation ist ihnen untersagt, Sakramente oder Sakramentalien zu spenden, Sakramente zu empfangen und irgendeine Funktion in kirchlichen Ämtern, Diensten oder Aufgaben auszuüben (vgl. can. 1331 § 1 CIC).

5. Zugleich bringt die Kongregation erneut ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die betroffenen Personen, erleuchtet durch die Gnade des Heiligen Geistes, den Weg der Umkehr zur Einheit im Glauben und zur Gemeinschaft mit der Kirche finden, die sie durch ihr Handeln verletzt haben.

Papst Johannes Paul II. hat das vorliegende Dekret, das in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, in der dem unterzeichneten Kardinalpräfekten am 20. Dezember 2002 gewährten Audienz gebilligt, die Nr. 4 in forma specifica approbiert und die Veröffentlichung des Dekrets angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, dem 21. Dezember 2002.

+ Joseph Card. Ratzinger
Präfekt

+ Tarcisio Bertone, S.D.B
Ernannter Erzbischof von Genua
Sekretär


27. Januar 2003   Stellungnahme

Gruppe: Weiheämter für Frauen

Sprecherin für Österreich: Christine Mayr-Lumetzberger

Sprecherin für Deutschland: Dr. Gisela Forster

 

S T E L L U N G N A H M E am 27.1.2003 nachts als

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P R E S S E E R K L Ä R U N G   ZUR

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"Bestätigung der Exkommunikation", Herausgeber Joseph Card. Ratzinger

 

Am 27.1.2003 nachmittags wurde über die Nachrichtenagenturen der Welt

verbreitet, dass seine Eminenz Joseph Kardinal Ratzinger im Namen der

römischen Glaubenskongregation im Pressesaal des Vatikans ein

Schriftstück

 

a u s h ä n g e n   ließ,

 

mit dem Inhalt, dass die 7 Frauen, die am 29. Juni 2002 auf einem

Donauschiff die Priesterinnenweihe empfingen,

endgültig exkommuniziert sind.

 

Keiner von uns Frauen wurde ein Schreiben zugeschickt. Keine von uns

wurde mündlich oder schriftlich informiert.

 

Der Gewaltakt gegen die Frauen wurde von 13 Kardinälen und zwei

Erzbischöfen vollzogen. Frauen waren an den Entscheidungen nicht

beteiligt.

Neu ist, dass Papst Johannes Paul II persönlich in das Verfahren mit

einbezogen wurde, er persönlich hat die Veröffentlichung des Dekrets der

endgültigen Exkommunikation angeordnet, heißt es.

 

Alle 16 beteiligten höchsten römisch-katholischen Würdenträger, die die

römisch-katholische Kirche bieten kann, drückten in dem Schlußwort des

Dekrets ihre "Hoffnung" aus:

Dass die Frauen den Weg zur Umkehr, zur Einheit im Glauben und zur

Gemeinschaft mit der Kirche finden...

 

WIR FRAUEN ANTWORTEN HIERAUF:

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Wir sind über das Vorgehen des Vatikans tief erschüttert und von den

harten Worten schwer getroffen. Fortwährend hatten wir gehofft, dass die

höchsten Würdenträger des Vatikans einen Schritt in Richtung Anerkennung

der Frau und Berücksichtigung der Frau in allen kirchlichen Ämtern

gehen würden. Es war zwar nicht zu erwarten, dass bei Kardinälen ein

Prozess hin zu einer Gleichberechtigung der Frau einsetzen würde, aber

es wurde doch erhofft, dass sie als Männer nach all unseren Appellen und

Schreiben lernen würden, die Würde der Frauen ohne Einschränkungen zu

achten.

 

Die Antwort heute zeigt jedoch, dass es den Kardinälen nicht gelungen

ist, aus der jahrtausendealten Tradition der römisch-katholischen Kirche

herauszutreten, sondern dass sie vielmehr in erschreckender Weise in

gesellschaftlich längst überholten frauenfeindlichen Verhaltensmustern

verharren. Wundert es, angesichts der Erziehung und der

Lebensgeschichten dieser Männer? Zeigt nicht vielmehr auch dieser

Gewaltakt gegen die Frauen, dass sie selbst Opfer eines dringend zu

reformierenden Systems sind?

 

Wir hegen keinen Hass in Richtung Rom. Im Gegenteil, wir können

nachdrücklich versichern, dass wir in all unserem Handeln die geforderte

"Einheit des Glaubens" nicht verletzen, dass wir "in Gemeinschaft mit

der Kirche handeln" und uns weder im vergangen Jahr irgendetwas daran

lag oder zukünftig daran liegen wird, die Kirche zu verletzen.

 

Das Schreiben der Glaubenskongregation zeigt erneut, es liegt ein großes

Missverständnis vor:

 

1. Der Vatikan glaubt, wir handeln gegen ihn, wollen ihm schaden oder

Schmerzen zufügen, unser Ansinnen aber ist, die römisch-katholische

Kirche gesunden zu lassen, sie zu öffnen hin zu einer Kirche, die für

die Menschen der Gegenwart ansprechbar ist und dazu gehören die

Gleichberechtigung der Frau genauso wie die ökumenische Annäherung.

Wir kümmern uns um die Menschen, die von der beamteten Seelsorge nicht

betreut werden. Auch diese Menschen haben ein Recht auf Gemeinschaft.

Frauen und Männer wollen vor Gott einander die Ehe versprechen, ohne

dass ihnen erhobene Zeigefinger entgegengestreckt werden. Alte und

kranke Menschen und ihre Angehörigen und Freunde bitten um die

Krankensalbung, wem steht es zu, diese zu verweigern?

 

2. Wir wissen, dass wir sakramental gültig geweiht sind. Der Hinweis der

römischen Kardinäle bestätigt ja geradezu die sakramental gültige Weihe,

denn wenn darauf hingewiesen werden muss, dass etwas "nichtig" ist, dann

besagt das in logischer Konsequent, dass etwas stattgefunden haben muss.

Das bedeutet: Die Glaubenskongregation weiß nicht mit absoluter

Gewissheit, dass die sakramental gültige Weihe "nichtig" war, deshalb

fühlt sie sich gezwungen, die "Nichtigkeit" durch ein Dekret zu

erklären. Für uns ist die "sakramental gültige Weihe" durch dieses

Vorgehen bestätigt.

 

3. Die Glaubenskongregation verhängte eine "Spruchstrafe", das heißt,

dass wir Frauen durch die Weihe k e i n e Tatstrafe begangen haben,

sondern dass die Kardinäle uns durch "Aussprechen einer Strafe"

verurteilen wollen. Dass unsere Handlung nicht zur Tatstrafe erklärt

wurde, lässt uns hoffen, denn Beurteilungen von Menschen, und seien sie

in einem noch so hohen Amt, lassen sich mit der Zeit revidieren und

verändern (siehe Galilei).

 

4. Uns eine "Mittäterschaft" an einem Schisma vorzuwerfen, ist eine

grobe Unterstellung. Wir Frauen haben in den vergangenen Monaten

bewiesen, dass wir niemals auch nur daran dachten, ein Schisma

anzuregen. Romulo Braschi ist ein Bischof in der apostolischen

Sukzession, der sakramental gültig weihen kann. Das ist unbestritten und

unabhängig von jedem Exkommunikationsversuch.

 

5. Beim päpstlichen Schreiben "ordinatio sacerdotalis" handelt es sich

um KEIN Dogma - es ist daher nicht verpflichtend zu befolgen.

 

Auf Grund dieser Argumentation werden wir weiter an der Gültigkeit

unserer Weihe festhalten. Wir werden nicht provozieren, Niemanden in

Gewissenskonflikte bringen, Pfarrer, die uns keine Kommunion mehr geben

wollen, werden wir respektieren, sie nur auf die Freiheit des eigenen

Gewissens hinweisen...und wir werden uns ganz nach dem Kirchenrecht

richten, das besagt: Wenn jemand in Todesgefahr ist, dann dürfen wir

auch als "Exkommunizierte" sakramental gültig Sakramente spenden.

Bezogen auf das Leben: Wann sind Menschen nicht in Todesgefahr? Konkret:

Wenn Menschen uns um Sakramente bitten, dann werden wir ihnen diese

nicht verwehren, denn das wäre eine Sünde gegen unser Gewissen und das

Gewissen steht auch bei der römisch-katholischen Kirche an höchster

Stelle.

 

Christine Mayr-Lumetzberger, Sprecherin für Österreich

Dr. Gisela Forster, Sprecherin für Deutschland

 

Dieser 1. STELLUNGNAHME

wird in den nächsten Tagen ein persönliches Schreiben an die Kardinäle:

Joseph Ratzinger und die anderen 12 Kardinäle, die "kollegial" gegen uns

mitentschieden haben, folgen.

 

Unmittelbar danach, werden wir 7 Frauen unsere "letzte Chance" nutzen

und an den Papst persönlich einen APPELL zur Versöhnung mit der Hälfte

der Menschheit (der weiblichen) richten.

 

Für Rückfragen am Dienstag:

Handy Dr. Gisela Forster 0049 (0)172 8535405

Handy Christine Mayr- Lumetzberger: 0043 (0) 664 15 444 26

e-mail anfragen, die aber erst am Mittwoch beantwortet werden können, da

wir als "Arbeiterpriesterinnen" im lebendigen Arbeitsleben tätig sind:

mailto:mmcml@ping.at

mailto:gisela.forster@campus.lmu.de


 

A N T W O R T   A U F   D I E   E X K O M M U N I K A T I O N

 

 

 

An die

Kongregation für die Glaubenslehre

 

00120 Citta del Vaticano

Palazzo del S. Ufficio

 

An die Kardinäle

Joseph Kardinal Ratzinger (Präfekt)

Alfonso López Trujillo

Ignace Moussa I. Daoud

Giovanni Battista Re

Francis Arinze,

Jozef Tomko

Achille Silvestrini

Jorge Medina Estévez

James Francis Stafford

Zenon Grocholewski

Walter Kasper

Crescenzio Sepe

Mario Francesco Pompedda

 

An die Bischöfe

Tarcisio Bertone, SDB

Rino Fisichella

 

28. Februar 2003

 

Bezug: Prot. N. 337/02-16298

Betr.: Stellungnahme der sieben ordinierten Frauen zum

Exkommunikationsdekret

vom 21. 12. 2002

 

 

Sehr geehrte Herren Kardinäle

sehr geehrte Herren Bischöfe,

 

Die Kongregation für die Glaubenslehre hat im Dezember 2002 - mit

ausdrücklicher Billigung des Papstes - die Exkommunikation der 7 Frauen,

die die Priesterweihe am 29. Juni 2002 empfangen haben, noch einmal

bekräftigt.

Das Dekret der Kongregation wurde der österreichischen Sprecherin der

Gruppe

(Christine Mayr-Lumetzberger) im Januar 2003 zugeleitet.

 

In unserer Stellungnahme zu dem Dekret beziehen wir uns vor allem auf

Punkt 2b Ihres Schreibens, also auf den Aspekt der Lehre, weil er

grundlegend für Ihr Urteil und Ihre Handlungsweise ist.

 

Sie beschuldigen uns, dass wir "formell und hartnäckig die Lehre

leugnen, die von der Kirche immer gelehrt und gelebt und von Johannes

Paul II. in endgültiger Weise vorgelegt" worden sei, dass nämlich 'die

Kirche keinerlei Vollmacht' habe, 'Frauen die Priesterweihe zu spenden'.

(Sie stützen sich dabei auf das Apostolische Schreiben Ordinatio

sacerdotalis, Nr. 4). Die "Leugnung dieser Lehre" sei "als Ablehnung

einer Wahrheit, die zum katholischen Glauben" gehöre, "zu qualifizieren"

und verdiene deshalb "eine gerechte Strafe" (vgl. can. 750 § 2; 1371 Nr.

1 CIC; Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Ad tuendam fidem, Nr.

4A). Auf diese Weise widersprächen die betroffenen Frauen der

kirchlichen Lehre über das "Lehramt des Nachfolgers Petri... und

anerkennten "faktisch nicht die Unabänderlichkeit der Äußerungen des

Papstes über Lehren, die in endgültiger Weise von allen Gläubigen zu

halten" seien.

 

Die Glaubenskongregation verlangt demnach im Einvernehmen mit dem Papst

von uns, dass wir Frauen eine Lehre "fest anerkennen und halten" sollen

(Ad tuendam fidem Nr. 4), die nachweislich der vollen Personwürde der

Frau sowie ihrer vollen Gleichrangigkeit mit dem Mann widerspricht

(vgl. Gal 3, 26-28). Dieser Widerspruch ist durch sorgfältige

Quellenarbeit längst belegt worden. Jeder Ausschluss, und in diesem

Falle von zentralen Ämtern/Diensten der Kirche (vgl. c. 1024 CIC) um des

Geschlechtes willen, stellt einen nicht zu rechtfertigenden gewaltsamen

Eingriff in die Freiheit und Personwürde eines Menschen dar. Can. 1024

CIC ist daher als ein unmoralisches kirchliches Gesetz zu betrachten,

das keinerlei Existenzberechtigung hat. Es fügt den Betroffenen, also

den Frauen, schweres Leid zu. Den gesetzlich verfügten Ausschluss der

Frauen von den Weiheämtern (c. 1024), insbesondere vom Priesteramt, mit

Hilfe schwerster Kirchenstrafen "endgültig" aufrecht zu erhalten, ist

ein schwerwiegendes Vergehen. Nicht umsonst formuliert das 2.

Vatikanische Konzil in der Pastoralkonstitution (GS Nr. 29): "Da alle

Menschen eine geistige Seele haben und nach Gottes Bild geschaffen sind,

da sie dieselbe Natur und denselben Ursprung haben, da sie, als von

Christus Erlöste, sich derselben göttlichen Berufung und Bestimmung

erfreuen, darum muss die grundlegende Gleichheit der Menschen immer mehr

zur Anerkennung gebracht werden... Jede Form einer Diskriminierung in

den gesellschaftlichen und kulturellen Grundrechten der Person, sei es

wegen des Geschlechtes oder der Rasse.... muss überwunden und beseitigt

werden, da sie dem Plan Gottes widerspricht..." (vgl. auch LG Nr. 32).

Ob es sich bei dem Ausschluss der Frauen von allen Weiheämtern (vgl.

can. 1024 CIC) und der zugrunde liegenden Lehre um eine solche

schwerwiegende Diskriminierung sexistischer Art handelt, das zu

beurteilen, kommt nicht Ihnen zu, sondern vor allen anderen den von

diesem Gesetz betroffenen Frauen. Unter Strafandrohung der

Exkommunikation zu verlangen, dass wir dazu noch ja sagen und diesen

Ausschluss gar als "Wahrheit, die zum katholischen Glauben gehört",

anerkennen sollen, ist unmenschlich, ja pervers - und verdient daher den

schärfsten Widerstand - um der Personwürde der Frau willen.

 

Wir können leider nicht erkennen, dass Sie - als Mitglieder der

Kongregation für die Glaubenslehre - die lange Geschichte der

Frauendiskriminierung in der Kirche, die inzwischen in zahlreichen

wissenschaftlichen Werken anhand von Quellen aufgezeigt ist, je ehrlich

aufgearbeitet hätten. Sie würden sonst zu anderen Schlussfolgerungen

bezüglich der Stellung der Frau in der Kirche kommen müssen.

Nachweislich hat es nämlich in der frühen Kirche Frauen in kirchlichen

Ämtern gegeben (Diakoninnen, Presbyterinnen, Missionsapostelinnen). Im

Zuge einer Verfestigung und zugleich patriarchalischen Ausgestaltung der

Ämterhierarchie wurden die kirchlichen Amtsträgerinnen immer mehr

verdrängt. Es kommt daher einer Verfälschung kirchlicher Geschichte

gleich, wenn Sie behaupten, die "Lehre", dass das Priesteramt den

Männern vorbehalten sei und die Kirche "keinerlei Vollmacht" habe,

"Frauen die Priesterweihe zu spenden", sei "von der Kirche immer gelehrt

und gelebt" worden.

 

Sie argumentieren in Ihrem Dekret nach Ihren Prinzipien gemäß Ihrem

"geschlossenen System", fernab von der Realität einer Gesellschaft, die

längst die gleiche Würde der Frau als Mensch und ihre Menschenrechte als

zu schützendes Rechtsgut anerkannt hat und danach ihre Gesetze und

Ordnungen ausrichtet (vgl. GG der deutschen Verfassung, Art. 3 Abs. 2).

Darüber hinaus übersehen Sie völlig, dass weite Kreise des Kirchenvolkes

den Zugang von Frauen zum Priesteramt als für das Überleben der Kirche

dringend notwendig erklären. (Wir verweisen auf entsprechende Voten und

Beschlüsse von kirchlichen Synoden, Diözesanforen etc. sowie auf

Ergebnisse von Meinungsumfragen).

Durch das von Männern der Kirche aufgestellte Gesetz (c. 1024 CIC) wird

das Wirken des Hl. Geistes blockiert, dem nicht - auch nicht von Ihnen

als Vertretern des Lehramtes - verboten werden kann, Frauen zum

priesterlichen Dienst zu berufen.

Indem Sie dieses frauendiskriminierende Gesetz und die zugrunde

liegende Lehre hartnäckig verteidigen und seine Übertretung mit

schwersten Kirchenstrafen belegen, fügen Sie der Kirche schweren Schaden

zu. Damit ist der "Geist" der Inquisition, ihrer großen Irrtümer und

Schreckensherrschaft im Laufe der Kirchengeschichte, bis zum heutigen

Tag nicht überwunden, wie wir schmerzlich erfahren müssen.

 

Nachdem wir über 40 Jahre lang - schon vor Beginn des 2. Vatikanischen

Konzils (1962-65) - in Wort und Schrift tragfähige Argumente gegen den

Ausschluss der Frau vom Priesteramt vorgebracht haben, dabei aber

keinerlei Umdenken bei den leitenden Amtsträgern der Kirche erreichen

konnten, sehen wir uns unter Berufung auf unsere Personwürde und unsere

Würde als Christinnen dazu herausgefordert, das Frauen diskriminierende

Gesetz (c. 1024) zu übertreten, weil es nicht von Gott kommt, sondern

von Männern der Kirche über die Frauen verhängt wurde. Dabei stützen wir

uns auf das Schriftwort: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen"

(Apg 5,29).

Nicht wir haben der Kirche und den Gläubigen durch unsere Vorgehensweise

geschadet und ihnen "Ärgernis" bereitet, wie Sie behaupten, wenn wir

unsere verletzte Menschenwürde aktiv verteidigen, sondern Sie, indem Sie

Frauen durch Ihre Lehre und Gesetze bis heute nicht als volle Menschen

und Mitglieder der Kirche achten.

 

Geben Sie Gott die Ehre, dessen göttliche Geisteskraft zum

priesterlichen Dienst beruft, wen Sie will (vgl. 1 Kor 12,11), und

lernen Sie, überholte unmenschliche Gesetze und Strukturen der Kirche

endlich in Frage zu stellen und überwinden zu helfen!

Viele Menschen in der Kirche warten auf Ihre Einsicht und Bereitschaft

zur Umkehr!

 

 

Hochachtungsvoll

 

 

Dr. theol. Iris Müller

 

Dr. theol. Ida Raming

 

Dr. phil. Gisela Forster (Sprecherin der ordinierten Frauen für

Deutschland)

 

Christine Mayr-Lumetzberger (Sprecherin der ordinierten Frauen für

Österreich)

 

Sr. Adelinde Roitinger

 

Dagmar Celeste

 

Pia Brunner

 

---------------------------in english---------------------------------

 

Statement on the Decree of Excommunication

 

To the Congregation for the Doctrine of the Faith

Vatican City

Palazzo del S. Ufficio.

 

To the Cardinals:

Joseph Cardinal Ratzinger (Prefect)

Alfonso López Trujillo

Ignace Moussa I. Daoud

Giovanni Battista Re

Francis Arinze,

Jozef Tomko

Achille Silvestrini

Jorge Medina Estévez

James Francis Stafford

Zenon Grocholewski

Walter Kasper

Crescenzio Sepe

Mario Francesco Pompedda

pez Trujillo,

 

To the Bishops:

Tarcisio Bertone

Rino Fisichella,

 

Your Eminences,

Right Reverend Bishops,

 

In December 2002, the Congregation for the Doctrine of the Faith, with

the express approbation of the Pope, ratified the excommunication of the

seven women who were ordained as priests on 29 June 2002. The Decree of

Excommunication was communicated to the spokeswomen for the group in

January 2003.

 

In our response to the Decree, we refer above all to point 2b of your

document, which is the aspect of the document which is fundamental to

your judgement and your procedure.

 

You accuse us of "formally and stubbornly denying the doctrine which the

Church has always taught and lived and which John Paul II definitively

laid down", namely that "the Church in no way has the power to

administer priestly ordination to women." (This statement is based on

the Apostolic Letter Ordinatio sacerdotalis, no. 4). The "denial of

this doctrine" qualifies as "the rejection of a truth that belongs to

the Catholic faith" and therefore deserves a just punishment (cf. can

750 § 2; 1371 no. 1 CIC; John Paul II, Apostolic Letter Ad tuendam

fidem, no. 4a). In this manner, the women concerned contradict Church

doctrine about the "teaching office of the Successor to Peter" ? and "do

not in fact recognize the irrevocability of the papal declarations about

doctrines which must be absolutely held by all believers".

 

The Congregation for the Doctrine of the Faith therefore demands of us,

in agreement with the Pope, that we women should "firmly recognize and

hold" (Ad tuendam fidem no. 4) a doctrine which demonstrably denies the

full dignity of women as well as their equality with men (cf Gal 3:

26-28). This denial has long been shown by a careful study of the

sources. Every exclusion, and in this case by the central authority of

the Church (cf .1024 CIC) on the grounds of gender, is an unjustifiable,

violent encroachment on the freedom and dignity of a person; it

inflicts great suffering on those concerned, i.e. on women, and must

therefore be considered a grave offence. Not for nothing did Vatican

Council II in the Pastoral Constitution on the Church (GS no. 29)

formulate the following:

 

Since all people have a spiritual soul and are created in God's image,

since they have the same nature and the same origin, since, redeemed by

Christ, they rejoice in the same divine vocation and destiny, therefore

the fundamental equality of human beings must be recognized more and

more. Every form of discrimination in the societal and cultural

constitutional rights of the person, whether it be on grounds of sex or

race ? must be overcome and defeated, since it contradicts the plan of

God ? (cf also LG no. 32).

 

That the exclusion of women from all offices of ordination (according to

can. 1024, CIC) and the underlying doctrine itself, are both based on a

grave form of sexist discrimination, is to be judged not by you, but in

the first place by the women who are affected by this law. To expect

that we, under the threat of the punishment of excommunication, will say

yes to such discrimination and that we will recognize the exclusion of

women as "truth that belongs to the Catholic faith", is inhuman, indeed

perverse - and deserves the strongest resistance, for the sake of the

dignity of women.

 

Unfortunately, we cannot recognize that you have truly become acquainted

with the long history of discrimination against women in the Church,

which has been set forth in countless scientific works of research -

in that case you would have had to arrive at different conclusions about

the place of women in the Church.

 

You trace an argument in your Decree, following principles in line with

your "closed system", very far from the reality of society, which has

long recognized the equal human dignity of women and their human rights

as worthy of protected interest and has aligned its laws and regulations

accordingly (cf the German Constitution, Art 3, # 2). Moreover you

completely overlook the fact that in wider Church circles, the admission

of women to ordination has been declared as urgently necessary for the

survival of the Church. (We refer to results of opinion polls as well

as votes and decisions by Church Synods, Diocesan Forums, etc.) Through

the law which has been drawn up by men (can. 1024 CIC) the works of the

Holy Spirit are blocked. No one, not even you who hold the teaching

office in the Church, can forbid the Spirit to call women to priestly

ministry.

 

Since you stubbornly defend this law and the underlying doctrine which

discriminate against women and you inflict the most severe canonical

penalties for its transgression, you are causing serious harm to the

Church. In this way the "spirit" of the Inquisition, with its great

errors and reign of terror has not been overcome in the course of the

history of the Church, right up to the present day, as we must painfully

experience.

 

For more than forty years - even before the beginning of the Second

Vatican Council (1962 - 65) - we have brought forward sound arguments

against the exclusion of women from the priesthood, but there has been

absolutely no change in the thinking of the leading officials in the

Church. Therefore we see ourselves as called and challenged, in our

human and Christian dignity, to transgress the law discriminating

against women (can. 1024), because it does not come from God, but has

been imposed by men within the Church on women. Moreover, we find

support in the scriptural text: "We must obey God rather than human

beings." (Acts 5, 29)

 

It is not we who have done harm to the Church and the faithful by

leading the way and causing "scandal", as you maintain, when we actively

defend our damaged human dignity, but you, because to this day in your

doctrine and law, you do not regard women as fully human and full

members of the Church.

 

Give God the glory, whose divine power in the Spirit calls to priestly

ministry whomever s/he wills (cf 1 Cor. 12, 11) and be willing to call

into question your ways of thinking and your outworn inhuman laws and

structures of the Church.

 

Many people in the Church await your insight and your willingness to be

converted!

 

With friendly greetings,

 

Dr. theol. Ida Raming

Dr. theol. Iris Müller

Dr. phil. Gisela Forster

Christine Mayr-Lumetzberger

Sr. Adelinde Roitinger

Dagmar Celeste

Pia Brunner

 

 

(english translation: Dr. Pauline Fisher)


 

27. Juni 2003   Zwei der sieben PRIESTERINNEN werden zu römisch-

 

katholischen BISCHÖFINNEN geweiht

Die Gruppe WEIHEÄMTER FÜR FRAUEN IN DER RK KIRCHE gibt bekannt:

 

I. HISTORISCH

 

Am 29. Juni 2002 wurden auf dem Donauschiff MS Passau die 7 Frauen aus

Österreich, Deutschland und Amerika: Dr. Iris Müller, Dr. Ida Raming,

Christine Mayr-Lumetzberger, Dr. Gisela Forster, Sr. Adelinde Roitinger

und Pia Brunner

zu römisch-katholischen Priesterinnen geweiht.

 

Vorausgegangen waren 40 Jahre Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen

in der römisch-katholischen Kirche.

 

Auf diese Priesterinnenweihe reagierte Kardinal Ratzinger zusammen mit

12 Kardinälen mit der Exkommunikation der 7 Frauen.

 

II. AKTUELL

 

Die 7 Priesterinnen und die Gruppe WEIHEÄMTER FÜR FRAUEN in der

römisch-katholischen Kirche geben nicht auf. Ende 2002 wandte sich ein rk Bischof

an Frau Dr. Gisela Forster, und überlegte mit ihr, Frauen auch zu rk Bischöfinnen zu

weihen, damit sie mit der APOSTOLISCHEN SUKZESSION auch Frauen in der ganzen Welt

weihen könnten

 

Alle 7 Priesterinnen, die sich am 29. Juni 2002 zu Katholische

Priesterinnen weihen ließen, wurden von der Frau Dr. Gisela Forster befragt,

ob sie das Bischöfinnenamt annehmen würden.

Von den 7 Frauen erklärte sich Frau Christine Mayr-Lumetzberger aus Österreich

bereit, das Leitungsamt einer rk Bischöfin zu übernehmen. Frau Dr. Ida Raming und Frau Dr.Iris

Müller lehnten auf Grund ihres hohen Alters ab. Die anderen 3 Frauen

wollten weiterhin als Priesterinnen wirken.

 

Mehrere Bischöfe aus sehr unterschiedlichen Sukzessionsketten, die

selbst mit Dokumenten nachwiesen oder glaubwürdig versicherten, die

Kraft der apostolischen Sukzession zu besitzen, erklärten sich bereit,

den beiden Priesterinnen Dr. Gisela Forster und Christine Mayr-Lumetzberger

die Hände aufzulegen und sie zu Bischöfinnen zu weihen.

 

So wurden im letzten halben Jahr die beiden Priesterinnen Christine

Mayr-Lumetzberger aus Österreich und Dr. Gisela Forster aus Deutschland

zu rk Bischöfinnen geweiht. Der Weiheakt wurde notariell dokumentiert

und von Zeugen bestätigt.

 

Da gegenwärtig nicht davon auszugehen ist, dass die Glaubenskongregation

unter Kardinal Ratzinger für diese Bischöfinnenweihe Verständnis

aufbringen würde, wurde die Weihe im Geheimen durchgeführt.

 

Über die Personen der Bischöfe wurde vereinbart, dass ihre Namen derzeit

nicht öffentlich bekanntgegeben werden. Der Grund: Der Vatikan würde

Strafen erteilen und damit würde sich die Situation um das

Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche verschärfen.

Eine Eskalation der Konflikte beabsichtigen die Frauen jedoch nicht,

auch kein Schisma, im Gegenteil, sie wollen, dass die Mitwirkung von

Frauen heilsam sein soll für eine römisch-katholische Kirche, die in

ihren selbstgeschaffenen nicht historischen Problematiken rund um die

Ausgrenzung der Frau und die Überbetonung der Sexualität fast erstickt.

 

Die Priesterinnen und Bischöfinnen glauben, dass Frauen in der rk Kirche

wichtig sind und den Menschen auf ihre Weise helfen können.

Die Reaktionen der Menschen auf die Priesterinnenweihe am 29. Juni 2002

haben gezeigt, dass ein großes Bedürfnis von Menschen, von Männern wie

von Frauen, da ist, eine Frau als Seelsorgerin zu bekommen.

 

Da Kardinal Ratzinger nach wie vor jede Diskussion über das Priesteramt

der Frauen verbietet, und mit harten Strafen kontert (siehe

Exkommunikation) sehen die Frauen derzeit keine Chance für eine

argumentative Erörterung der Problematik, es bleibt ihnen nur der Weg

der direkten Handlung.

 

III. AUSBLICKEND

 

Nachdem zwei der 7 zu Priesterinnen geweihten Frauen nun die

apostolische Sukzession und damit die Verantwortung für die Weitergabe

der Ämter haben, war das nächste Ziel sein, die apostolische

Sukzession zu den Frauen (Theologinnen, Ordensfrauen) in die anderen 4

Erdteile der Welt zu tragen: Frauen aus Amerika, Afrika, Australien und

Asien sind bereit, rk Priesterinnen zu werden und in ihren Reihen eine

Frau, die für Leitungsarbeit geeignet ist, zu einer rk Bischöfin zu

wählen.

 

Rein vorsorglich wurde bereits eine weitere Bischöfin im Geheimen

geweiht. So ist die apostolische Sukzession für die Frauen gesichert.

 

IV. GRUNDSÄTZLICH

 

1. Die Frauen versichern, dass sie keine Konfrontation mit der rk Kirche

beabsichtigen. Sie sind zu diesen deutlichen Schritten gezwungen, weil

die Amtskirche ein Diskussionsverbot über die Frauenordination verhängt

hat. Eine sachliche Auseinandersetzung mit Herantragen von Argumenten

von jeder Seite würde von den Frauen bevorzugt. Da die

Glaubenskongregation jedoch den Dialog verweigert, bleibt den Frauen

nur das direkte Handeln.

 

2. Die Frauen sind jederzeit bereit, sich mit Papst oder Präfekt zu

treffen oder in einer Kommission über die Problematik der

Frauenordination in der rk Kirche zu sprechen.

 

3. Die Frauen handeln nicht gegen Bibel und Evangelium: Die Ablehnung

des Frauenpriestertums ist ein Irrtum der späten Amtskirche und kein

von Christus her festgelegtes Gesetz. So wie es früher hieß, dass die

Zeugung von weiblichen Menschen auf "schlechte Winde" zurückzuführen

ist, so hat sich jede Abweisung der Frauen für Leitungsämter in der rk

Kirche als unsachlich und nicht begründet erwiesen. Die Logik und die

Auffassung, dass Frauen wertvolle und wichtige Mitglieder der

menschlichen Gemeinschaft sind, verlangt von den Frauen, die

Gleichberchtigung der Frau in der rk Kirche zu verwirklichen.

 

Dr. Gisela Forster, Sprecherin für Deutschland

Christine Mayr-Lumetzberger, Sprecherin für Österreich

 


7. August 2003   Dr. Patricia Fresen aus Südafrika wird in Barcelona zur

 

röm.-kath. Priesterin geweiht

 

vom 5. bis 9. August 2003 treffen 700 Frauen aus der ganzen Welt im Rahmen der 2. europäischen Frauensynode. Am 7. August 2003 wird Frau Dr. Patricia Fresen aus Südafrika zur rk Priesterin geweiht

27. Januar 2003   Vatikan-Dekret bestätigt nochmals: 'Priesterinnen'

 

sind exkommuniziert

 

(12:44 Uhr)

Am 29. Juni 2002 hat der Gründer einer schismatischen Gemeinschaft namens Romulo Antonio Braschi versucht, den katholischen Frauen Christine Mayr-Lumetzberger, Adelinde Theresia Roitinger, Gisela Forster, Iris Müller, Ida Raming, Pia Brunner e Dagmar Braun Celeste, die unter dem Namen Angela White auftrat, die Priesterweihe zu erteilen.

Im Anschluss an die vorausgehenden Stellungnahmen des Bischofs von Linz und der Österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichte die Kongregation für die Glaubenslehre am 10. Juli 2002 eine Erklärung, in der sie die genannten Personen verwarnte, dass sie mit der Exkommunikation bestraft würden, wenn sie nicht bis zum 22. Juli 2002 die Nichtigkeit der empfangenen "Weihe" anerkennen und für das bei den Gläubigen verursachte Ärgernis um Verzeihung bitten. Weil diese kein Zeichen der Reue zeigten, bestätigte die Kongregation mit Dekret vom 5. August 2002, dass der "weihende" Bischof, da Schismatiker, bereits zuvor exkommuniziert war, und verhängte über die oben erwähnten Personen die dem Heiligen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation; zugleich brachte sie ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass diese den Weg der Umkehr finden.

Die betroffenen Personen veröffentlichten daraufhin Briefe und Interviews, in denen sie sich von der Gültigkeit der empfangenen "Weihe" überzeugt erklärten. Sie verlangten eine Änderung der endgültigen Lehre, gemäß der die Priesterweihe ausschließlich Männern vorbehalten ist, und bekräftigten, dass sie die "Messe" und andere "Sakramente" für kleine Gruppen feiern. Mit Schreiben vom 14. August 2002 beantragten sie die Abänderung des Exkommunikationsdekretes, und mit Schreiben vom 27. September 2002 legten sie mit Hinweis auf die cann. 1732-1739 CIC Beschwerde gegen das genannte Dekret ein. Am 21. Oktober 2002 wurde ihnen mitgeteilt, dass ihre Anfragen den zuständigen Instanzen vorgelegt würden.

Der Antrag auf Abänderung des Dekrets sowie der Rekurs wurden am 4. und 18. Dezember 2002 von der Ordentlichen Versammlung der Kongregation geprüft. An den Sitzungen nahmen die in Rom ansässigen Mitglieder der Kongregation teil, nämlich die Kardinäle Joseph Ratzinger, Alfonso López Trujillo, Ignace Moussa I. Daoud, Giovanni Battista Re, Francis Arinze, Jozef Tomko, Achille Silvestrini, Jorge Medina Estévez, James Francis Stafford, Zenon Grocholewski, Walter Kasper, Crescenzio Sepe und Mario Francesco Pompedda sowie die Bischöfe Tarcisio Bertone SDB und Rino Fisichella. Bei diesen Zusammenkünften wurde kollegial entschieden, den genannten Rekurs zurückzuweisen. In der Angelegenheit ist nämlich eine hierarchische Beschwerde nicht zulässig, weil das Exkommunikationsdekret von einem Dikasterium des Heiligen Stuhles ausgestellt wurde, das im Namen des Papstes handelt (vgl. can. 360 CIC). Um jeden Zweifel in der Sache zu beseitigen, hielten es die Mitglieder der Kongregation für notwendig, einige grundlegende Punkte noch einmal zu bekräftigen.

1. Klar festzuhalten ist, dass es sich bei dem vorliegenden Fall nicht um eine Tatstrafe handelt, die durch das Begehen einer vom Gesetz ausdrücklich festgelegten Straftat eintritt, sondern um eine Spruchstrafe, die nach der gebotenen Verwarnung der Täter verhängt wurde (vgl. cann. 1314; 1347 § 1 CIC). Gemäß can. 1319 § 1 CIC hat diese Kongregation die Vollmacht, durch Verwaltungs-befehl bestimmte Strafen anzudrohen. 2. Die besondere Schwere der vorgenommenen Handlungen ist offenkundig und weist verschiedene Aspekte auf.

a) Der erste Aspekt ist schismatischer Natur: Die genannten Frauen ließen sich von einem schismatischen Bischof "weihen" und traten, ohne sich formell seinem Schisma anzuschließen, in eine Mittäterschaft mit dem Schisma.

b) Der zweite Aspekt ist lehrmäßiger Natur: Sie leugnen formell und hartnäckig die Lehre, die von der Kirche immer gelehrt und gelebt und von Johannes Paul II. in endgültiger Weise vorgelegt wurde, dass nämlich "die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden" (Apostolisches Schreiben Ordinatio sacerdotalis, Nr. 4). Die Leugnung dieser Lehre ist als Ablehnung einer Wahrheit, die zum katholischen Glauben gehört, zu qualifizieren und verdient deshalb eine gerechte Strafe (vgl. can. 750 § 2; 1371 1° CIC; Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Ad tuendam fidem, Nr. 4A).

Indem die betroffenen Personen diese Lehre ablehnten, behaupteten sie darüber hinaus, dass das päpstliche Lehramt nur verbindlich sei, wenn es auf einer Entscheidung des Bischofskollegiums basiere, vom sensus fidelium getragen sei und von maßgebenden Theologen angenommen werde. Auf diese Weise widersprechen sie der Lehre über das Lehramt des Nachfolgers Petri, die vom Ersten und vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorgelegt wurde, und anerkennen faktisch nicht die Unabänderlichkeit der Äußerungen des Papstes über Lehren, die in endgültiger Weise von allen Gläubigen zu halten sind.

3. Die Weigerung, dem von der Kongregation angedrohten Strafbefehl nachzukommen, wird dadurch erschwert, dass einige der genannten Personen dabei sind, Gruppen von Gläubigen zu bilden - in offenem und faktisch sektiererischem Ungehorsam gegenüber dem Papst und den Diözesanbischöfen. Wegen der Schwere dieser Widersetzlichkeit (vgl. can. 1347 CIC) ist die verhängte Strafe nicht nur gerecht, sondern auch notwendig, um die rechte Lehre zu verteidigen, die Gemeinschaft und die Einheit der Kirche zu wahren und das Gewissen der Gläubigen zu orientieren.

4. Die oben erwähnten Mitglieder der Kongregation für die Glaubenslehre bekräftigen deshalb das Exkommunikationsdekret, das am 5. August 2002 ausgestellt wurde, und stellen noch einmal klar, dass die versuchte Priesterweihe der genannten Frauen nichtig und ungültig ist (vgl. can. 1024 CIC) und deshalb auch die dem priesterlichen Amt eigenen Handlungen, die von ihnen vorgenommen wurden, nichtig und ungültig sind (vgl. cann. 124; 841 CIC). Als Folge der Exkommunikation ist ihnen untersagt, Sakramente oder Sakramentalien zu spenden, Sakramente zu empfangen und irgendeine Funktion in kirchlichen Ämtern, Diensten oder Aufgaben auszuüben (vgl. can. 1331 § 1 CIC).

5. Zugleich bringt die Kongregation erneut ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die betroffenen Personen, erleuchtet durch die Gnade des Heiligen Geistes, den Weg der Umkehr zur Einheit im Glauben und zur Gemeinschaft mit der Kirche finden, die sie durch ihr Handeln verletzt haben.

Papst Johannes Paul II. hat das vorliegende Dekret, das in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, in der dem unterzeichneten Kardinalpräfekten am 20. Dezember 2002 gewährten Audienz gebilligt, die Nr. 4 in forma specifica approbiert und die Veröffentlichung des Dekrets angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, dem 21. Dezember 2002.

+ Joseph Card. Ratzinger
Präfekt

+ Tarcisio Bertone, S.D.B
Ernannter Erzbischof von Genua
Sekretär


27. Januar 2003   Stellungnahme

Gruppe: Weiheämter für Frauen

Sprecherin für Österreich: Christine Mayr-Lumetzberger

Sprecherin für Deutschland: Dr. Gisela Forster

 

S T E L L U N G N A H M E am 27.1.2003 nachts als

--------------------------------------------------

P R E S S E E R K L Ä R U N G   ZUR

--------------------------------------------------

 

"Bestätigung der Exkommunikation", Herausgeber Joseph Card. Ratzinger

 

Am 27.1.2003 nachmittags wurde über die Nachrichtenagenturen der Welt

verbreitet, dass seine Eminenz Joseph Kardinal Ratzinger im Namen der

römischen Glaubenskongregation im Pressesaal des Vatikans ein

Schriftstück

 

a u s h ä n g e n   ließ,

 

mit dem Inhalt, dass die 7 Frauen, die am 29. Juni 2002 auf einem

Donauschiff die Priesterinnenweihe empfingen,

endgültig exkommuniziert sind.

 

Keiner von uns Frauen wurde ein Schreiben zugeschickt. Keine von uns

wurde mündlich oder schriftlich informiert.

 

Der Gewaltakt gegen die Frauen wurde von 13 Kardinälen und zwei

Erzbischöfen vollzogen. Frauen waren an den Entscheidungen nicht

beteiligt.

Neu ist, dass Papst Johannes Paul II persönlich in das Verfahren mit

einbezogen wurde, er persönlich hat die Veröffentlichung des Dekrets der

endgültigen Exkommunikation angeordnet, heißt es.

 

Alle 16 beteiligten höchsten römisch-katholischen Würdenträger, die die

römisch-katholische Kirche bieten kann, drückten in dem Schlußwort des

Dekrets ihre "Hoffnung" aus:

Dass die Frauen den Weg zur Umkehr, zur Einheit im Glauben und zur

Gemeinschaft mit der Kirche finden...

 

WIR FRAUEN ANTWORTEN HIERAUF:

-----------------------------

 

Wir sind über das Vorgehen des Vatikans tief erschüttert und von den

harten Worten schwer getroffen. Fortwährend hatten wir gehofft, dass die

höchsten Würdenträger des Vatikans einen Schritt in Richtung Anerkennung

der Frau und Berücksichtigung der Frau in allen kirchlichen Ämtern

gehen würden. Es war zwar nicht zu erwarten, dass bei Kardinälen ein

Prozess hin zu einer Gleichberechtigung der Frau einsetzen würde, aber

es wurde doch erhofft, dass sie als Männer nach all unseren Appellen und

Schreiben lernen würden, die Würde der Frauen ohne Einschränkungen zu

achten.

 

Die Antwort heute zeigt jedoch, dass es den Kardinälen nicht gelungen

ist, aus der jahrtausendealten Tradition der römisch-katholischen Kirche

herauszutreten, sondern dass sie vielmehr in erschreckender Weise in

gesellschaftlich längst überholten frauenfeindlichen Verhaltensmustern

verharren. Wundert es, angesichts der Erziehung und der

Lebensgeschichten dieser Männer? Zeigt nicht vielmehr auch dieser

Gewaltakt gegen die Frauen, dass sie selbst Opfer eines dringend zu

reformierenden Systems sind?

 

Wir hegen keinen Hass in Richtung Rom. Im Gegenteil, wir können

nachdrücklich versichern, dass wir in all unserem Handeln die geforderte

"Einheit des Glaubens" nicht verletzen, dass wir "in Gemeinschaft mit

der Kirche handeln" und uns weder im vergangen Jahr irgendetwas daran

lag oder zukünftig daran liegen wird, die Kirche zu verletzen.

 

Das Schreiben der Glaubenskongregation zeigt erneut, es liegt ein großes

Missverständnis vor:

 

1. Der Vatikan glaubt, wir handeln gegen ihn, wollen ihm schaden oder

Schmerzen zufügen, unser Ansinnen aber ist, die römisch-katholische

Kirche gesunden zu lassen, sie zu öffnen hin zu einer Kirche, die für

die Menschen der Gegenwart ansprechbar ist und dazu gehören die

Gleichberechtigung der Frau genauso wie die ökumenische Annäherung.

Wir kümmern uns um die Menschen, die von der beamteten Seelsorge nicht

betreut werden. Auch diese Menschen haben ein Recht auf Gemeinschaft.

Frauen und Männer wollen vor Gott einander die Ehe versprechen, ohne

dass ihnen erhobene Zeigefinger entgegengestreckt werden. Alte und

kranke Menschen und ihre Angehörigen und Freunde bitten um die

Krankensalbung, wem steht es zu, diese zu verweigern?

 

2. Wir wissen, dass wir sakramental gültig geweiht sind. Der Hinweis der

römischen Kardinäle bestätigt ja geradezu die sakramental gültige Weihe,

denn wenn darauf hingewiesen werden muss, dass etwas "nichtig" ist, dann

besagt das in logischer Konsequent, dass etwas stattgefunden haben muss.

Das bedeutet: Die Glaubenskongregation weiß nicht mit absoluter

Gewissheit, dass die sakramental gültige Weihe "nichtig" war, deshalb

fühlt sie sich gezwungen, die "Nichtigkeit" durch ein Dekret zu

erklären. Für uns ist die "sakramental gültige Weihe" durch dieses

Vorgehen bestätigt.

 

3. Die Glaubenskongregation verhängte eine "Spruchstrafe", das heißt,

dass wir Frauen durch die Weihe k e i n e Tatstrafe begangen haben,

sondern dass die Kardinäle uns durch "Aussprechen einer Strafe"

verurteilen wollen. Dass unsere Handlung nicht zur Tatstrafe erklärt

wurde, lässt uns hoffen, denn Beurteilungen von Menschen, und seien sie

in einem noch so hohen Amt, lassen sich mit der Zeit revidieren und

verändern (siehe Galilei).

 

4. Uns eine "Mittäterschaft" an einem Schisma vorzuwerfen, ist eine

grobe Unterstellung. Wir Frauen haben in den vergangenen Monaten

bewiesen, dass wir niemals auch nur daran dachten, ein Schisma

anzuregen. Romulo Braschi ist ein Bischof in der apostolischen

Sukzession, der sakramental gültig weihen kann. Das ist unbestritten und

unabhängig von jedem Exkommunikationsversuch.

 

5. Beim päpstlichen Schreiben "ordinatio sacerdotalis" handelt es sich

um KEIN Dogma - es ist daher nicht verpflichtend zu befolgen.

 

Auf Grund dieser Argumentation werden wir weiter an der Gültigkeit

unserer Weihe festhalten. Wir werden nicht provozieren, Niemanden in

Gewissenskonflikte bringen, Pfarrer, die uns keine Kommunion mehr geben

wollen, werden wir respektieren, sie nur auf die Freiheit des eigenen

Gewissens hinweisen...und wir werden uns ganz nach dem Kirchenrecht

richten, das besagt: Wenn jemand in Todesgefahr ist, dann dürfen wir

auch als "Exkommunizierte" sakramental gültig Sakramente spenden.

Bezogen auf das Leben: Wann sind Menschen nicht in Todesgefahr? Konkret:

Wenn Menschen uns um Sakramente bitten, dann werden wir ihnen diese

nicht verwehren, denn das wäre eine Sünde gegen unser Gewissen und das

Gewissen steht auch bei der römisch-katholischen Kirche an höchster

Stelle.

 

Christine Mayr-Lumetzberger, Sprecherin für Österreich

Dr. Gisela Forster, Sprecherin für Deutschland

 

Dieser 1. STELLUNGNAHME

wird in den nächsten Tagen ein persönliches Schreiben an die Kardinäle:

Joseph Ratzinger und die anderen 12 Kardinäle, die "kollegial" gegen uns

mitentschieden haben, folgen.

 

Unmittelbar danach, werden wir 7 Frauen unsere "letzte Chance" nutzen

und an den Papst persönlich einen APPELL zur Versöhnung mit der Hälfte

der Menschheit (der weiblichen) richten.

 

Für Rückfragen am Dienstag:

Handy Dr. Gisela Forster 0049 (0)172 8535405

Handy Christine Mayr- Lumetzberger: 0043 (0) 664 15 444 26

e-mail anfragen, die aber erst am Mittwoch beantwortet werden können, da

wir als "Arbeiterpriesterinnen" im lebendigen Arbeitsleben tätig sind:

mailto:mmcml@ping.at

mailto:gisela.forster@campus.lmu.de


 

A N T W O R T   A U F   D I E   E X K O M M U N I K A T I O N

 

 

 

An die

Kongregation für die Glaubenslehre

 

00120 Citta del Vaticano

Palazzo del S. Ufficio

 

An die Kardinäle

Joseph Kardinal Ratzinger (Präfekt)

Alfonso López Trujillo

Ignace Moussa I. Daoud

Giovanni Battista Re

Francis Arinze,

Jozef Tomko

Achille Silvestrini

Jorge Medina Estévez

James Francis Stafford

Zenon Grocholewski

Walter Kasper

Crescenzio Sepe

Mario Francesco Pompedda

 

An die Bischöfe

Tarcisio Bertone, SDB

Rino Fisichella

 

28. Februar 2003

 

Bezug: Prot. N. 337/02-16298

Betr.: Stellungnahme der sieben ordinierten Frauen zum

Exkommunikationsdekret

vom 21. 12. 2002

 

 

Sehr geehrte Herren Kardinäle

sehr geehrte Herren Bischöfe,

 

Die Kongregation für die Glaubenslehre hat im Dezember 2002 - mit

ausdrücklicher Billigung des Papstes - die Exkommunikation der 7 Frauen,

die die Priesterweihe am 29. Juni 2002 empfangen haben, noch einmal

bekräftigt.

Das Dekret der Kongregation wurde der österreichischen Sprecherin der

Gruppe

(Christine Mayr-Lumetzberger) im Januar 2003 zugeleitet.

 

In unserer Stellungnahme zu dem Dekret beziehen wir uns vor allem auf

Punkt 2b Ihres Schreibens, also auf den Aspekt der Lehre, weil er

grundlegend für Ihr Urteil und Ihre Handlungsweise ist.

 

Sie beschuldigen uns, dass wir "formell und hartnäckig die Lehre

leugnen, die von der Kirche immer gelehrt und gelebt und von Johannes

Paul II. in endgültiger Weise vorgelegt" worden sei, dass nämlich 'die

Kirche keinerlei Vollmacht' habe, 'Frauen die Priesterweihe zu spenden'.

(Sie stützen sich dabei auf das Apostolische Schreiben Ordinatio

sacerdotalis, Nr. 4). Die "Leugnung dieser Lehre" sei "als Ablehnung

einer Wahrheit, die zum katholischen Glauben" gehöre, "zu qualifizieren"

und verdiene deshalb "eine gerechte Strafe" (vgl. can. 750 § 2; 1371 Nr.

1 CIC; Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Ad tuendam fidem, Nr.

4A). Auf diese Weise widersprächen die betroffenen Frauen der

kirchlichen Lehre über das "Lehramt des Nachfolgers Petri... und

anerkennten "faktisch nicht die Unabänderlichkeit der Äußerungen des

Papstes über Lehren, die in endgültiger Weise von allen Gläubigen zu

halten" seien.

 

Die Glaubenskongregation verlangt demnach im Einvernehmen mit dem Papst

von uns, dass wir Frauen eine Lehre "fest anerkennen und halten" sollen

(Ad tuendam fidem Nr. 4), die nachweislich der vollen Personwürde der

Frau sowie ihrer vollen Gleichrangigkeit mit dem Mann widerspricht

(vgl. Gal 3, 26-28). Dieser Widerspruch ist durch sorgfältige

Quellenarbeit längst belegt worden. Jeder Ausschluss, und in diesem

Falle von zentralen Ämtern/Diensten der Kirche (vgl. c. 1024 CIC) um des

Geschlechtes willen, stellt einen nicht zu rechtfertigenden gewaltsamen

Eingriff in die Freiheit und Personwürde eines Menschen dar. Can. 1024

CIC ist daher als ein unmoralisches kirchliches Gesetz zu betrachten,

das keinerlei Existenzberechtigung hat. Es fügt den Betroffenen, also

den Frauen, schweres Leid zu. Den gesetzlich verfügten Ausschluss der

Frauen von den Weiheämtern (c. 1024), insbesondere vom Priesteramt, mit

Hilfe schwerster Kirchenstrafen "endgültig" aufrecht zu erhalten, ist

ein schwerwiegendes Vergehen. Nicht umsonst formuliert das 2.

Vatikanische Konzil in der Pastoralkonstitution (GS Nr. 29): "Da alle

Menschen eine geistige Seele haben und nach Gottes Bild geschaffen sind,

da sie dieselbe Natur und denselben Ursprung haben, da sie, als von

Christus Erlöste, sich derselben göttlichen Berufung und Bestimmung

erfreuen, darum muss die grundlegende Gleichheit der Menschen immer mehr

zur Anerkennung gebracht werden... Jede Form einer Diskriminierung in

den gesellschaftlichen und kulturellen Grundrechten der Person, sei es

wegen des Geschlechtes oder der Rasse.... muss überwunden und beseitigt

werden, da sie dem Plan Gottes widerspricht..." (vgl. auch LG Nr. 32).

Ob es sich bei dem Ausschluss der Frauen von allen Weiheämtern (vgl.

can. 1024 CIC) und der zugrunde liegenden Lehre um eine solche

schwerwiegende Diskriminierung sexistischer Art handelt, das zu

beurteilen, kommt nicht Ihnen zu, sondern vor allen anderen den von

diesem Gesetz betroffenen Frauen. Unter Strafandrohung der

Exkommunikation zu verlangen, dass wir dazu noch ja sagen und diesen

Ausschluss gar als "Wahrheit, die zum katholischen Glauben gehört",

anerkennen sollen, ist unmenschlich, ja pervers - und verdient daher den

schärfsten Widerstand - um der Personwürde der Frau willen.

 

Wir können leider nicht erkennen, dass Sie - als Mitglieder der

Kongregation für die Glaubenslehre - die lange Geschichte der

Frauendiskriminierung in der Kirche, die inzwischen in zahlreichen

wissenschaftlichen Werken anhand von Quellen aufgezeigt ist, je ehrlich

aufgearbeitet hätten. Sie würden sonst zu anderen Schlussfolgerungen

bezüglich der Stellung der Frau in der Kirche kommen müssen.

Nachweislich hat es nämlich in der frühen Kirche Frauen in kirchlichen

Ämtern gegeben (Diakoninnen, Presbyterinnen, Missionsapostelinnen). Im

Zuge einer Verfestigung und zugleich patriarchalischen Ausgestaltung der

Ämterhierarchie wurden die kirchlichen Amtsträgerinnen immer mehr

verdrängt. Es kommt daher einer Verfälschung kirchlicher Geschichte

gleich, wenn Sie behaupten, die "Lehre", dass das Priesteramt den

Männern vorbehalten sei und die Kirche "keinerlei Vollmacht" habe,

"Frauen die Priesterweihe zu spenden", sei "von der Kirche immer gelehrt

und gelebt" worden.

 

Sie argumentieren in Ihrem Dekret nach Ihren Prinzipien gemäß Ihrem

"geschlossenen System", fernab von der Realität einer Gesellschaft, die

längst die gleiche Würde der Frau als Mensch und ihre Menschenrechte als

zu schützendes Rechtsgut anerkannt hat und danach ihre Gesetze und

Ordnungen ausrichtet (vgl. GG der deutschen Verfassung, Art. 3 Abs. 2).

Darüber hinaus übersehen Sie völlig, dass weite Kreise des Kirchenvolkes

den Zugang von Frauen zum Priesteramt als für das Überleben der Kirche

dringend notwendig erklären. (Wir verweisen auf entsprechende Voten und

Beschlüsse von kirchlichen Synoden, Diözesanforen etc. sowie auf

Ergebnisse von Meinungsumfragen).

Durch das von Männern der Kirche aufgestellte Gesetz (c. 1024 CIC) wird

das Wirken des Hl. Geistes blockiert, dem nicht - auch nicht von Ihnen

als Vertretern des Lehramtes - verboten werden kann, Frauen zum

priesterlichen Dienst zu berufen.

Indem Sie dieses frauendiskriminierende Gesetz und die zugrunde

liegende Lehre hartnäckig verteidigen und seine Übertretung mit

schwersten Kirchenstrafen belegen, fügen Sie der Kirche schweren Schaden

zu. Damit ist der "Geist" der Inquisition, ihrer großen Irrtümer und

Schreckensherrschaft im Laufe der Kirchengeschichte, bis zum heutigen

Tag nicht überwunden, wie wir schmerzlich erfahren müssen.

 

Nachdem wir über 40 Jahre lang - schon vor Beginn des 2. Vatikanischen

Konzils (1962-65) - in Wort und Schrift tragfähige Argumente gegen den

Ausschluss der Frau vom Priesteramt vorgebracht haben, dabei aber

keinerlei Umdenken bei den leitenden Amtsträgern der Kirche erreichen

konnten, sehen wir uns unter Berufung auf unsere Personwürde und unsere

Würde als Christinnen dazu herausgefordert, das Frauen diskriminierende

Gesetz (c. 1024) zu übertreten, weil es nicht von Gott kommt, sondern

von Männern der Kirche über die Frauen verhängt wurde. Dabei stützen wir

uns auf das Schriftwort: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen"

(Apg 5,29).

Nicht wir haben der Kirche und den Gläubigen durch unsere Vorgehensweise

geschadet und ihnen "Ärgernis" bereitet, wie Sie behaupten, wenn wir

unsere verletzte Menschenwürde aktiv verteidigen, sondern Sie, indem Sie

Frauen durch Ihre Lehre und Gesetze bis heute nicht als volle Menschen

und Mitglieder der Kirche achten.

 

Geben Sie Gott die Ehre, dessen göttliche Geisteskraft zum

priesterlichen Dienst beruft, wen Sie will (vgl. 1 Kor 12,11), und

lernen Sie, überholte unmenschliche Gesetze und Strukturen der Kirche

endlich in Frage zu stellen und überwinden zu helfen!

Viele Menschen in der Kirche warten auf Ihre Einsicht und Bereitschaft

zur Umkehr!

 

 

Hochachtungsvoll

 

 

Dr. theol. Iris Müller

 

Dr. theol. Ida Raming

 

Dr. phil. Gisela Forster (Sprecherin der ordinierten Frauen für

Deutschland)

 

Christine Mayr-Lumetzberger (Sprecherin der ordinierten Frauen für

Österreich)

 

Sr. Adelinde Roitinger

 

Dagmar Celeste

 

Pia Brunner

 

---------------------------in english---------------------------------

 

Statement on the Decree of Excommunication

 

To the Congregation for the Doctrine of the Faith

Vatican City

Palazzo del S. Ufficio.

 

To the Cardinals:

Joseph Cardinal Ratzinger (Prefect)

Alfonso López Trujillo

Ignace Moussa I. Daoud

Giovanni Battista Re

Francis Arinze,

Jozef Tomko

Achille Silvestrini

Jorge Medina Estévez

James Francis Stafford

Zenon Grocholewski

Walter Kasper

Crescenzio Sepe

Mario Francesco Pompedda

pez Trujillo,

 

To the Bishops:

Tarcisio Bertone

Rino Fisichella,

 

Your Eminences,

Right Reverend Bishops,

 

In December 2002, the Congregation for the Doctrine of the Faith, with

the express approbation of the Pope, ratified the excommunication of the

seven women who were ordained as priests on 29 June 2002. The Decree of

Excommunication was communicated to the spokeswomen for the group in

January 2003.

 

In our response to the Decree, we refer above all to point 2b of your

document, which is the aspect of the document which is fundamental to

your judgement and your procedure.

 

You accuse us of "formally and stubbornly denying the doctrine which the

Church has always taught and lived and which John Paul II definitively

laid down", namely that "the Church in no way has the power to

administer priestly ordination to women." (This statement is based on

the Apostolic Letter Ordinatio sacerdotalis, no. 4). The "denial of

this doctrine" qualifies as "the rejection of a truth that belongs to

the Catholic faith" and therefore deserves a just punishment (cf. can

750 § 2; 1371 no. 1 CIC; John Paul II, Apostolic Letter Ad tuendam

fidem, no. 4a). In this manner, the women concerned contradict Church

doctrine about the "teaching office of the Successor to Peter" ? and "do

not in fact recognize the irrevocability of the papal declarations about

doctrines which must be absolutely held by all believers".

 

The Congregation for the Doctrine of the Faith therefore demands of us,

in agreement with the Pope, that we women should "firmly recognize and

hold" (Ad tuendam fidem no. 4) a doctrine which demonstrably denies the

full dignity of women as well as their equality with men (cf Gal 3:

26-28). This denial has long been shown by a careful study of the

sources. Every exclusion, and in this case by the central authority of

the Church (cf .1024 CIC) on the grounds of gender, is an unjustifiable,

violent encroachment on the freedom and dignity of a person; it

inflicts great suffering on those concerned, i.e. on women, and must

therefore be considered a grave offence. Not for nothing did Vatican

Council II in the Pastoral Constitution on the Church (GS no. 29)

formulate the following:

 

Since all people have a spiritual soul and are created in God's image,

since they have the same nature and the same origin, since, redeemed by

Christ, they rejoice in the same divine vocation and destiny, therefore

the fundamental equality of human beings must be recognized more and

more. Every form of discrimination in the societal and cultural

constitutional rights of the person, whether it be on grounds of sex or

race ? must be overcome and defeated, since it contradicts the plan of

God ? (cf also LG no. 32).

 

That the exclusion of women from all offices of ordination (according to

can. 1024, CIC) and the underlying doctrine itself, are both based on a

grave form of sexist discrimination, is to be judged not by you, but in

the first place by the women who are affected by this law. To expect

that we, under the threat of the punishment of excommunication, will say

yes to such discrimination and that we will recognize the exclusion of

women as "truth that belongs to the Catholic faith", is inhuman, indeed

perverse - and deserves the strongest resistance, for the sake of the

dignity of women.

 

Unfortunately, we cannot recognize that you have truly become acquainted

with the long history of discrimination against women in the Church,

which has been set forth in countless scientific works of research -

in that case you would have had to arrive at different conclusions about

the place of women in the Church.

 

You trace an argument in your Decree, following principles in line with

your "closed system", very far from the reality of society, which has

long recognized the equal human dignity of women and their human rights

as worthy of protected interest and has aligned its laws and regulations

accordingly (cf the German Constitution, Art 3, # 2). Moreover you

completely overlook the fact that in wider Church circles, the admission

of women to ordination has been declared as urgently necessary for the

survival of the Church. (We refer to results of opinion polls as well

as votes and decisions by Church Synods, Diocesan Forums, etc.) Through

the law which has been drawn up by men (can. 1024 CIC) the works of the

Holy Spirit are blocked. No one, not even you who hold the teaching

office in the Church, can forbid the Spirit to call women to priestly

ministry.

 

Since you stubbornly defend this law and the underlying doctrine which

discriminate against women and you inflict the most severe canonical

penalties for its transgression, you are causing serious harm to the

Church. In this way the "spirit" of the Inquisition, with its great

errors and reign of terror has not been overcome in the course of the

history of the Church, right up to the present day, as we must painfully

experience.

 

For more than forty years - even before the beginning of the Second

Vatican Council (1962 - 65) - we have brought forward sound arguments

against the exclusion of women from the priesthood, but there has been

absolutely no change in the thinking of the leading officials in the

Church. Therefore we see ourselves as called and challenged, in our

human and Christian dignity, to transgress the law discriminating

against women (can. 1024), because it does not come from God, but has

been imposed by men within the Church on women. Moreover, we find

support in the scriptural text: "We must obey God rather than human

beings." (Acts 5, 29)

 

It is not we who have done harm to the Church and the faithful by

leading the way and causing "scandal", as you maintain, when we actively

defend our damaged human dignity, but you, because to this day in your

doctrine and law, you do not regard women as fully human and full

members of the Church.

 

Give God the glory, whose divine power in the Spirit calls to priestly

ministry whomever s/he wills (cf 1 Cor. 12, 11) and be willing to call

into question your ways of thinking and your outworn inhuman laws and

structures of the Church.

 

Many people in the Church await your insight and your willingness to be

converted!

 

With friendly greetings,

 

Dr. theol. Ida Raming

Dr. theol. Iris Müller

Dr. phil. Gisela Forster

Christine Mayr-Lumetzberger

Sr. Adelinde Roitinger

Dagmar Celeste

Pia Brunner

 

 

(english translation: Dr. Pauline Fisher)


 

27. Juni 2003   Zwei der sieben PRIESTERINNEN werden zu römisch-

 

katholischen BISCHÖFINNEN geweiht

Die Gruppe WEIHEÄMTER FÜR FRAUEN IN DER RK KIRCHE gibt bekannt:

 

I. HISTORISCH

 

Am 29. Juni 2002 wurden auf dem Donauschiff MS Passau die 7 Frauen aus

Österreich, Deutschland und Amerika: Dr. Iris Müller, Dr. Ida Raming,

Christine Mayr-Lumetzberger, Dr. Gisela Forster, Sr. Adelinde Roitinger

und Pia Brunner

zu römisch-katholischen Priesterinnen geweiht.

 

Vorausgegangen waren 40 Jahre Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen

in der römisch-katholischen Kirche.

 

Auf diese Priesterinnenweihe reagierte Kardinal Ratzinger zusammen mit

12 Kardinälen mit der Exkommunikation der 7 Frauen.

 

II. AKTUELL

 

Die 7 Priesterinnen und die Gruppe WEIHEÄMTER FÜR FRAUEN in der

römisch-katholischen Kirche geben nicht auf. Ende 2002 wandte sich ein rk Bischof

an Frau Dr. Gisela Forster, und überlegte mit ihr, Frauen auch zu rk Bischöfinnen zu

weihen, damit sie mit der APOSTOLISCHEN SUKZESSION auch Frauen in der ganzen Welt

weihen könnten

 

Alle 7 Priesterinnen, die sich am 29. Juni 2002 zu Katholische

Priesterinnen weihen ließen, wurden von der Frau Dr. Gisela Forster befragt,

ob sie das Bischöfinnenamt annehmen würden.

Von den 7 Frauen erklärte sich Frau Christine Mayr-Lumetzberger aus Österreich

bereit, das Leitungsamt einer rk Bischöfin zu übernehmen. Frau Dr. Ida Raming und Frau Dr.Iris

Müller lehnten auf Grund ihres hohen Alters ab. Die anderen 3 Frauen

wollten weiterhin als Priesterinnen wirken.

 

Mehrere Bischöfe aus sehr unterschiedlichen Sukzessionsketten, die

selbst mit Dokumenten nachwiesen oder glaubwürdig versicherten, die

Kraft der apostolischen Sukzession zu besitzen, erklärten sich bereit,

den beiden Priesterinnen Dr. Gisela Forster und Christine Mayr-Lumetzberger

die Hände aufzulegen und sie zu Bischöfinnen zu weihen.

 

So wurden im letzten halben Jahr die beiden Priesterinnen Christine

Mayr-Lumetzberger aus Österreich und Dr. Gisela Forster aus Deutschland

zu rk Bischöfinnen geweiht. Der Weiheakt wurde notariell dokumentiert

und von Zeugen bestätigt.

 

Da gegenwärtig nicht davon auszugehen ist, dass die Glaubenskongregation

unter Kardinal Ratzinger für diese Bischöfinnenweihe Verständnis

aufbringen würde, wurde die Weihe im Geheimen durchgeführt.

 

Über die Personen der Bischöfe wurde vereinbart, dass ihre Namen derzeit

nicht öffentlich bekanntgegeben werden. Der Grund: Der Vatikan würde

Strafen erteilen und damit würde sich die Situation um das

Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche verschärfen.

Eine Eskalation der Konflikte beabsichtigen die Frauen jedoch nicht,

auch kein Schisma, im Gegenteil, sie wollen, dass die Mitwirkung von

Frauen heilsam sein soll für eine römisch-katholische Kirche, die in

ihren selbstgeschaffenen nicht historischen Problematiken rund um die

Ausgrenzung der Frau und die Überbetonung der Sexualität fast erstickt.

 

Die Priesterinnen und Bischöfinnen glauben, dass Frauen in der rk Kirche

wichtig sind und den Menschen auf ihre Weise helfen können.

Die Reaktionen der Menschen auf die Priesterinnenweihe am 29. Juni 2002

haben gezeigt, dass ein großes Bedürfnis von Menschen, von Männern wie

von Frauen, da ist, eine Frau als Seelsorgerin zu bekommen.

 

Da Kardinal Ratzinger nach wie vor jede Diskussion über das Priesteramt

der Frauen verbietet, und mit harten Strafen kontert (siehe

Exkommunikation) sehen die Frauen derzeit keine Chance für eine

argumentative Erörterung der Problematik, es bleibt ihnen nur der Weg

der direkten Handlung.

 

III. AUSBLICKEND

 

Nachdem zwei der 7 zu Priesterinnen geweihten Frauen nun die

apostolische Sukzession und damit die Verantwortung für die Weitergabe

der Ämter haben, war das nächste Ziel sein, die apostolische

Sukzession zu den Frauen (Theologinnen, Ordensfrauen) in die anderen 4

Erdteile der Welt zu tragen: Frauen aus Amerika, Afrika, Australien und

Asien sind bereit, rk Priesterinnen zu werden und in ihren Reihen eine

Frau, die für Leitungsarbeit geeignet ist, zu einer rk Bischöfin zu

wählen.

 

Rein vorsorglich wurde bereits eine weitere Bischöfin im Geheimen

geweiht. So ist die apostolische Sukzession für die Frauen gesichert.

 

IV. GRUNDSÄTZLICH

 

1. Die Frauen versichern, dass sie keine Konfrontation mit der rk Kirche

beabsichtigen. Sie sind zu diesen deutlichen Schritten gezwungen, weil

die Amtskirche ein Diskussionsverbot über die Frauenordination verhängt

hat. Eine sachliche Auseinandersetzung mit Herantragen von Argumenten

von jeder Seite würde von den Frauen bevorzugt. Da die

Glaubenskongregation jedoch den Dialog verweigert, bleibt den Frauen

nur das direkte Handeln.

 

2. Die Frauen sind jederzeit bereit, sich mit Papst oder Präfekt zu

treffen oder in einer Kommission über die Problematik der

Frauenordination in der rk Kirche zu sprechen.

 

3. Die Frauen handeln nicht gegen Bibel und Evangelium: Die Ablehnung

des Frauenpriestertums ist ein Irrtum der späten Amtskirche und kein

von Christus her festgelegtes Gesetz. So wie es früher hieß, dass die

Zeugung von weiblichen Menschen auf "schlechte Winde" zurückzuführen

ist, so hat sich jede Abweisung der Frauen für Leitungsämter in der rk

Kirche als unsachlich und nicht begründet erwiesen. Die Logik und die

Auffassung, dass Frauen wertvolle und wichtige Mitglieder der

menschlichen Gemeinschaft sind, verlangt von den Frauen, die

Gleichberchtigung der Frau in der rk Kirche zu verwirklichen.

 

Dr. Gisela Forster, Sprecherin für Deutschland

Christine Mayr-Lumetzberger, Sprecherin für Österreich

 


7. August 2003   Dr. Patricia Fresen aus Südafrika wird in Barcelona zur

 

röm.-kath. Priesterin geweiht

 

vom 5. bis 9. August 2003 treffen 700 Frauen aus der ganzen Welt im Rahmen der 2. europäischen Frauensynode. Am 7. August 2003 wird Frau Dr. Patricia Fresen aus Südafrika zur rk Priesterin geweiht.

 

 

 

 

 



1. Bischöfinnenweihe (27.06.2003)

Am 27. Juni 2003 ließen sich Dr. Gisela Forster und Christine Mayr-Lumetzberger und N.N. zu Bischöfinnen in einer „Katakombenweihe“ weihen. Das bedeutet, dass nach wie vor die Namen der weihenden Bischöfe nicht publiziert werden können, da sie sonst umgehend mit Repressalien von Seiten der Amtskirche rechnen müssen.

 

Dass diese Bischofsweihe so schnell erfolgte, liegt mitunter daran, dass es auf Wunsch dieser männlichen Bischöfe geschah, da laut ihren Aussagen, der Vatikan ihnen bereits auf der Spur sei und wir Frauen nicht bei unseren weiterem Voranschreiten jedes Mal neu mühsam Bischöfe suchen müssen, die bereit wären Frauen zu weihen.

Zunächst wurden Dr. Ida Raming und Dr. Iris Müller gefragt, ob sie das Amt der Bischöfin wahrnehmen würden. Sie lehnten es aber damals aus Altersgründen ab.

 

Wie immer ist aber alles gut dokumentiert und notariell beglaubigt worden und kann zu gegebener Zeit hervorgeholt werden.

Ein Grund zu feiern! 1 Jahres-Treffen nach der Weihe

 

Genau ein Jahr nach der Weihe verabredeten sich die Frauen wieder in Passau, um noch einmal auf einer Schifffahrt ihrem großen Schritt zu Gedenken.

 

 

Leider konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht alle daran teilnehmen.

 

In einem sehr kleinen Rahmen nutzten sie auch diesen Termin, um auf ihr Anliegen und ihre Forderung aufmerksam zu machen. Diese Aktion und auch die Fahrt auf dem Schiff wurden von uns Fremden Personen beobachtet und durchgängig gefilmt.

 

Erstmalig zeigten Dr. Gisela Forster und Christine Mayr-Lumetzberger auch außerhalb anhand von selbstgestalteten Kreuzen und Ringen, wofür sie einstanden.

Jedes „äußere Zeichen“ hat einen Entwicklungsprozess und eine ganz eigene Aussagekraft.

 

 

 

 

 

 

Neue Ausbildungsgruppe

 

Es startet eine neue
Ausbildungsgruppe, erstmalig unter Leitung von Dr. Patricia Fresen. Damals begannen 2 junge Frauen (Regina Ladewig und Astrid Indriciane) ihre Ausbildung.
Immer wieder gab es interessierte Gäste, die uns kennen lernen wollten bzw. sich zu Ihnen in Ihr Haus einluden. Im Laufe dieser Ausbildungsgruppe stießen noch weitere Frauen dazu.

 

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© Regina Ladewig