Berufungsgeschichte Diakonin Regina Ladewig

An Weihnachten 2011 durfte Diakonin Regina Ladewig das letzte Mal Gottesdienst mit Ihrer Kirchengemeinde feiern.

 

Seit Januar 2012 sind Ihr alle liturgischen Dienste untersagt worden.

 

Im März 2012 traf sich Dr. Norbert Reuhs vom bischöflichen Offizialat mit Regina Ladewig zu einem ersten Gespräch.

 

Im April 2012 fand dann die offizielle Anhörung in Rottenburg statt, deren Voruntersuchungsergebnisse zur Prüfung an die Glaubenskonkregation nach Rom gesendet wurden.

 

Im Juni 2012 kam dann bereits die Rückmeldung von Rom, welche ihr aber erst am 11. Oktober 2012 von Bischof Dr. Gebhard Fürst in einem 1h Gespräch mitgeteilt wurde.

 

Da in Rom der Fall einer Weihe zur Diakonin noch nicht letztendgültig entschieden sei, könne es keine Exkommunikation, sondern nur einen strengen Verweis geben.

 

Da Regina Ladewig ihrem Versprechen, dass sie einst Gott bezüglich ihrer Berufung zum Priesteramt gegeben hat, treu bleibt und den Weg weiter verfolgen wird - so wird auch der Weg weiter durch die kirchlichen Instanzen gehen...

 

Der Bitte des Bischofs, noch einmal mit ihrem ehemaligen Pfarrer und Professor Hühnermann über ihren Lebensweg zu sprechen, ist sie im November 2012 nachgekommen.

 

Auch das Kirchengemeindemitglied, welches im Januar 2013 persönlich vom Bischof am Telefon gebeten wurde, noch einmal ein Gespräch mit ihr zu suchen, ist der Aufforderung des Bischofs nachgekommen.

 

Doch Regina Ladewig bleibt ihrer Berufung zur Priesterin treu und geht tapfer ihren steinigen Weg innerhalb der Priesterinnenbewegung RCWP weiter.

 

Mittlerweile dauert das kirchliche Verfahren schon über ein Jahr und es warten viele Menschen auf eine Entscheidung...

 

"Gut Ding will Weile haben..."

 

Nun liegt es an den Kardinälen und unserem Papst Franziskus, was er mit dieser und den anderen Berufungsgeschichten der Frauen anfängt.

 

Ihren Part hat Regina Ladewig nun erfüllt, ihre Berufungsgeschichte zu gegebener Zeit der Amtskirche zu offerieren - nun obliegt es den Männern in den Entscheidungspositionen sie anzuerkennen oder nicht.

 

Im November 2013 wurde ihr zwei Mal die Kommunion von der Gemeindereferentin Frau M. verweigert. Stattdessen segnete sie Frau Ladewig. Dies sahen jedoch einige Kirchengemeindemitglieder und so begann ein aufgeregtes Nachfragen, ob sie denn nun etwa doch exkommuniziert sei...

 

Aus Sorge um einen öffentliches/mediales zu groß werdendes Interesse schrieb sie eine sms nach Rottenburg. Eine Woche später landete im Emailbriefkasten eine Entschuldigungsmail von der Gemeindereferentin für ihre voreilige Vorverurteilung, nachdem ihr der Fall von Rottenburg genauer erklärt wurde.

 

 

Seither ist wieder Einiges passiert- demnächst mehr! (Nach meinem Umzug)

 

 

Berufungsgeschichte / Lebenslauf

 

„Contra legem“ geweihte r.k. Diakonin

 

Lebenslauf

 

Schulische und berufliche Ausbildung

 

 

09/82 - 07/86

Schillerschule Öhringen
Grundschule

 

 

09/86 - 07/95

Justinus Kerner Gymnasium Weinsberg
Allgemeine Hochschulreife

 

 

 

 

10/95 - 07/99

Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Fachrichtung: Hauptfach: Kath. Theologie / Religionspädagogik, Nebenfächer: MäG ( BK / TW), Anfangsunterricht, Philosophie
07/99 Abschluss (1. Staatsexamen als Grund- und Hauptschullehrerin, Ø2,1)

 

 

 

 

02/00 - 07/01

Berufsausbildung (Referendariat) beim staatlichen Schulamt Heilbronn (Johannes- Häußler- GHWRS, Neckarsulm)
Schwerpunkt: Grundschule
Abschluss 07/01 ( 2. Staatsexamen als Grund- und Hauptschullehrerin, Ø1,2)

Gesamtdurchschnitt Staatsexamen: Ø 1,4

     

 

 

Beruflicher Werdegang

 

 

09/99 - 01/00

Tätigkeit als FSJ bei Kath. Kirchengemeinde St. Josef Öhringen
Schwerpunkt: Kinder- und Jugendarbeit

 

 

09/01 - 07/05

Klassenlehrerin (Jahrgangsmischung 1+2) an der Grundschule Gellmersbach

 

& Fachlehrerin Kath. Religion (Kl. 7-9) an der Michael- Beheim- GHWRS Obersulm, Mitgestaltung Ganztagstagsschulbetrieb
 

 

 

 09/05- 07/14

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

seit 09/14

 

 

 

Klassenlehrerin an der Grundschule Möckmühl
Schwerpunkte:

- Klassenlehrerin

(Kl. 3+4, 2 Durchgänge, Kl.1 +2, jahrgangsgemischt, erster Durchgang)
- Theater- AG / Mitgestaltung des „Lichterglanzes“
- Schulhausgestaltung
- Kooperation Aktive Senioren e.V.
- Katastrophenschutz (Schulseelsorgerin/Presse)

 

Gemeinschaftsschule Bad Wimpfen

Schwerpunkte:

- Kleingruppen- und Einzelförderung

- Lernbegleiterin GMS

 

     

 

Besondere Kenntnisse

 

 

Nebenjobs

Kassiererin im Kino „Scala“ Neckarsulm

(während Schule/ Studium, ca. 10 Jahre)

Messnerin Kath. Kirchengemeinde St. Maria Eberstadt

(18 Jahre)

 

 

 

 

Fremdsprachen

Englisch

 

Großes Latinum

 

 

 

 

Berufliche Weiterbildung

 

 

 

-          Ausbildung in erster Hilfe am Erwachsenen

-          Erste Hilfe bei Kindernotfällen

-          Puppenspiel für die Schule

-          Fremdsprachen lernen in der GS (Vorbereitungskurs)

-          Fremdsprachen lernen in der GS (Aufbaukurs)

-          Fremdsprachen lernen in der Grundschule

-          Sicherheit und Rettungsfähigkeit im Schwimmunterricht

-          Experimentieren mit Kindern im Grundschulalter

-          Mentorin sein

-          Beobachten und beraten

-          Schulinterne Fortbildung zum neuen BK- und Technikraum

-          VERA 3- Was erwartet uns?

-          Beraten, fördern und fordern- hochbegabte Schüler/innen in der Grundschule

-          Gemeinsamer Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderungen in der GS

-          Grundlagen der Arbeit mit Montessori- Material in Mathematik in Kl. ¾

-          Förderung der Selbständigkeit von Schülern durch die Lehrerpersönlichkeit (nach Montessori)

-          Bronzenes DLRG- Rettungsschwimmabzeichen

-          Traumatisierte Kinder und Jugendliche – erkennen und handeln

-          Schwierige Verhaltensweisen bei Kindern verstehen und neue Lösungswege finden

-          Diagnose und Förderpläne bei Dyskalkulie

-          Soviel Zeit muss sein- Zeitmanagement

-          Leistungsbeobachtung und – beurteilung in der Freiarbeit (nach Montessori)

-          Grundlagen der Arbeit mit Montessori- Matarial in Mathematik Kl. 1+2

 

Außerberufliche Weiterbildung

 

 

-          Taufe – und was dann?

Kinder zu Gott hinführen in Früherziehung und Schule

-          Jesus- niemand wie er!

-          Neuer Lehrplan- neuer Religionsunterricht?

-          Universität Tübingen: Diverse Seminare zu Kirchengeschichte, Liturgie, Philosphie, Exegese etc.

-          Traumatisierte Kinder und Jugendliche – erkennen und handeln

-          Wenn der Tod in die Schule einbricht /

Trauerbegleitung durch die Schule

 

 

 

Hobbys und Interessen

 

 

 

Meine Ehrenämter:
-     Ministrantin (27 Jahre),

-          Lektorin (27 Jahre),

-          Sternsingeraktion (27 Jahre),

-          Eucharistiehelferin (21 Jahre),

-          Oberministrantin (20 Jahre)

-          Wort-Gottes-Feier-Leiterin (18 Jahre),

-          Messnerin (18 Jahre)

-          Kinder- / Jugendfreizeitleiterin (21 Jahre)

-          KJG- Dekanatsleitung HN/NSU (10 Jahre)

-          Kirchengemeinderat St. Josef Weinsberg (10 Jahre)

-          Firmbegleiterin (10 Jahre)

-          Ortsausschuss (Teilgemeinde EB) – Leitung (7 Jahre),

-          St. Martins-Umzug (7 Jahre)

-          Krippenspiel- Leitung (7 Jahre)

-           

 

Meine Hobbies:
-   "Engagement Kath. Kirche"

-          Malen & Basteln (insbesondere Raumgestaltung)

-          Lesen

-          ins Kinogehen

 

 

Meine Interessen:
- Einsatz für die volle Gleichberechtigung der Frau in der röm. kath. Kirche (seit 18 Jahren)

-          Bekämpfung sozialer Benachteiligung von Schülern

     

 

 

Persönlicher Werdegang von Regina Ladewig

 

Regina Ladewig, geb. am 16.02.1976 in Stuttgart, getauft am 29.05.1976 in St. Augustinus in Stuttgart-Neugereut, Grund- und Hauptschullehrerin

 

 

Persönliche Entwicklung bis zum Pfingstsonntag (15. Mai) 2005

 

Nach der Erstkommunion habe ich mich in der Kirchengemeinde ehrenamtlich engagiert als Ministrantin, Wölfling bei der DPSG, Sternsinger… Als 13/14 Jährige wurde ich Oberministrantin; ich habe eine Kindergruppe geleitet. Auch in der Leitung bei Kinderfreizeiten und Ministrantenwallfahrten – anfangs begleitend, später verantwortlich – habe ich mich engagiert. Lektorin wurde ich nach der Firmung. Es war dem damaligen Pfarrer ein Bedürfnis, dass Jugendliche in die Gestaltung der Gottesdienste mit hineinwachsen. Später habe ich mich bei der Gestaltung von Wortgottesdiensten ohne Priester beteiligt.

 

In den Kirchengemeinderat (KGR) wurde ich als 19 Jährige gewählt – dort blieb ich 10 Jahre. Da ich mich auf den Weg der Ausbildung zur Diakonin gemacht habe und wusste, dass es deshalb zu negativen Auswirkungen für die Mitglieder des KGR kommen könnte, habe ich mich ganz bewusst aus diesem Ehrenamt zurückgezogen.

 

Nachdem ich mein Referendariat abgeschlossen hatte, wurde mir vom Bischof Dr. Gebhard Fürst im Jahre 2002 die „missio canonica“ überreicht. Als Zeichen meines Wunsches, Priesterin zu werden, habe ich eine lila Stola getragen. Dieses Zeichen ist offenbar Bischof Dr. Gebhard Fürst nicht aufgefallen, er hat nicht reagiert, was ich mir gewünscht hätte. Es waren ca. 150 Männer und Frauen anwesend, denen von Bischof Dr. Gebhard Fürst im Rahmen eines Gottesdienstes die „missio canonica“ verliehen wurde. Von diesen 150 Männer und Frauen haben mich später ca. 30 Männer und Frauen auf diese lila Stola und deren Bedeutung angesprochen. Bei dieser Gelegenheit habe ich von der Gruppe Frauen erfahren, die sich auf die Weihe als Priesterinnen vorbereiten. Ich wurde als Gast für die Weihehandlung auf der Donau eingeladen. Über die Weihehandlung auf der Donau habe ich Kontakt zu der Gruppe bekommen.

 

2003 begann der nächste Ausbildungskurs, an dem ich teilnahm. Die Ausbildungsorte waren über Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilt. Dort wo die Teilnehmerinnen leben, wird die Ausbildung durchgeführt. Meine Ausbildungsleiterin war Dr. Patricia Fresen.

 

 

Neben dieser Ausbildung in der Gruppe liefen zwei weitere Teilbereiche meines Lebens parallel: Meine Tätigkeit als Lehrerin und mein ehrenamtliches Engagement in meiner Heimatgemeinde Eberstadt.

 

Ich war Eucharistiehelferin und wurde auf Vorschlag der Kirchengemeinde zur Leiterin von Wort-Gottes-Feiern von Bischof Dr. Gebhard Fürst bestellt. Bei diesen Gelegenheiten bin ich Bischof Dr. Gebhard Fürst nicht persönlich begegnet; die Dokumente wurden mir vom Pfarrer überreicht.

 

Aus Verantwortung für das Leben „meiner“ Kirchengemeinde wuchsen mir in der Vakanz immer mehr Aufgaben zu.

 

 

Ich hatte ein ganz dezidiertes Berufungserlebnis:

 

Als ich 19 Jahre alt war, hatte ich mein Abitur gemacht. Ich wollte zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren, dies aber in einer Kirchengemeinde. Es gab damals nur zwei Stellen, eine davon in Aalen. Mein Vater drängte auf eine Ausbildung zur Lehrerin an der Pädagogischen Hochschule, obwohl ich lieber Gemeindereferentin o.Ä. werden wollte. In der Hoffnung, nach dem FSJ meinen Vater umzustimmen, dass ich etwas für die Kirchengemeinde machen konnte.

 

In Aalen habe ich mich vorgestellt und wurde als FJS’lerin genommen. In der Wohnung meiner Vorgängerin konnte ich übernachten. In der Nacht hatte ich mein Berufungserlebnis. Dies war im Juni/Juli 1995:

 

 

Drei Mal klopfte es während des Schlafens an der Tür. Ich habe nach dem ersten Mal durch den Türspion nach außen geguckt und den Namen der FSJ-lerin gerufen, niemand aber gesehen und gehört. Nachdem ich mich hingelegt hatte, hörte ich wieder das Klopfen: Dies wiederholte sich insgesamt drei Mal. Beim dritten Mal wagte ich es, die Türe zu öffnen. Ich schaute nach draußen und es war wirklich niemand da. Nachdem ich die Türe geschlossen hatte, hatte ich das Gefühl, als wenn eine Person mit mir den Raum betreten und sich jemand an meine Seite gesetzt hätte.

 

Diese – für mich unsichtbare- Person gab mir zu verstehen, dass mein Weg der einer römisch-katholischen Priesterin sein soll. Ich fragte: „Wie soll das denn gehen? Es gibt doch keine Frauen als Priester“ Ich hörte dann die Stimme: „Doch, du wirst die Erste sein, glaube mir. In dir ist der Schlüssel angelegt. Du bist der kleinste gemeinsame Nenner. Du wirst nicht eine der Ersten sein, sondern die Erste. Willst du es wagen? Ich werde dir sagen, wann es an der Zeit ist, dies der Amtskirche zu er-

öffnen“ Aus tiefstem Herzen sagte ich: „Ja“. Ich fragte nochmals nach: „Wie soll das gehen? Wie soll ich das machen? Es gibt das doch noch nicht“.“ Er gab mir zu verstehen, dass es immer Menschen geben wird, die mich beraten, die an meiner Seite stehen – gerade auch dann, wenn ich richtig schlimme Erfahrungen auf meinem Weg mache. Trotz aller Schwierigkeiten, die man mir machen wird, wird am Ende meines Weges die Weihe zur römisch-katholischen Priesterin stehen.

 

Im Hintergrund zu den Bildern, die ich vor meinen geistigen Augen sah, lief eine eindrückliche Melodie ab: Ein „Halleluja“. Als ich vom Papst im Petersdom zur Priesterin geweiht werden sollte, weigerte ich mich zunächst, weil erst noch drei ältere Frauen – eine mit Krückstock – in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen werden sollten. Nachdem der Papst diese drei Frauen wieder aufgenommen hatte, bin ich zum Papst zugegangen und habe ihm einen Kuss auf die Wange gegeben. Ich hörte aus den Kirchenbänken hinter mir den Ausruf: „Jetzt ist die Menschlichkeit in die Kirche eingezogen“. Es gab Jubel und Applaus. Anschließend war ich bereit, mich weihen zu lassen. Ich legte mich auf den Boden. Es folgte die „Allerheiligen-Litanei“.

 

Eine sehr lange Zeit lang habe ich mich nicht getraut, von diesem Berufungserlebnis zu erzählen. Als ich es Frau Dr. Patricia Fresen erzählen wollte, wollte sie dies in der Ausführlichkeit nicht hören. Ich habe später viel gelesen, weil ich wissen wollte, ob meine Berufung „echt“ war. Ich kam zu der Erkenntnis, dass meine Berufung zwar ähnlich, aber anders war als die der anderen. Ich entdeckte Parallelen zu Berufungsgeschichten in der Bibel und solchen der Kirchengeschichte. Ich erkannte, dass meine Berufung in die Kategorie „Sonderberufungen“ fällt.

 

Schon als Jugendliche hatte ich gespürt, dass der Platz hinter dem Altar mein Zuhause war – mehr noch als mein Elternhaus. Dieses Gespür hatte ich seit dem 9. Lebensjahr. Meine Gemeindearbeit habe ich verstanden als Antwort auf den Ruf Gottes, der mich offensichtlich in der Gemeinde aktiv sehen wollte.

 

Als mir der Schuldekan untersagt hatte, von der „missio canonica“ Gebrauch zu machen, war ich zunächst aufgebracht. In dieser Zeit sah ich in Möckmühl das Plakat www.werde-priester.de. Ich schrieb an die angegebene Adresse, um die Adressaten ein wenig zu „ärgern“. Mein Wunsch, zum Kennenlernwochende für junge Männer mit Interesse am Priesterberuf eingeladen zu werden, wurde abschlägig beantwortet. Ich wurde daraufhin vom Direktor des Wilhelmstiftes zum Mittagessen und anschließendem Gespräch eingeladen. Ebenso vom Regens des Priesterseminars in Rottenburg. Es waren gute und freundliche Gespräche.

 

Kirchengemeinde, Schule und Freundeskreis wussten immer um die nächsten Schritte, meine Berufung zu leben: Dass ich der Ausbildungsgruppe beitrete, dass ich mich weihen lasse,… Mein Schuldekan hatte mich darauf hingewiesen, dass er Sanktionen gegen mich ergreifen muss, wenn ich mich weihen lasse.

 

Meine Entscheidung für eine „contra legem“- Weihe

 

Eine Woche vor Pfingsten gab es eine Gemeindeversammlung in Eberstadt. Es wurde aufgezeigt, was die Vakanz bedeutet. Ich habe deutlich die Angst und Trauer gerade auch der älteren Gemeindemitglieder gespürt. Dass dies in der Vakanz große Abstriche bedeuten wird und diese Verzweiflung spürte ich am ganzen Körper. Ich betete: „Ich würde ja gerne, aber ich kann nicht. Herr, was soll ich tun.“ Mir fehlte noch eine Einheit innerhalb meiner Ausbildung. Da rief mich Frau Dr. Patricia Fresen an und sagte mir, ich sei so weit, ich solle mich eine Woche später weihen lassen. Die Weihehandlung hat dann in Österreich in Scharnstein auf dem Privatgrundstück von Frau Christine Mayr-Lumetzberger stattgefunden. Sie hat dort eine hauseigene Kapelle unter dem Dach.

 

Ich konnte die Situation der Vakanz nicht aushalten. In dem unerwarteten Anruf von Dr. Patricia Fresen habe ich ein Zeichen Gottes gesehen, dem ich gefolgt bin.

 

Haben Sie gewusst, dass Sie sich durch diese Handlung in Widerspruch zur katholischen Kirche setzen?

 

Ja, das war mir klar. Dass ich „contra legem“ geweiht wurde, habe ich gewusst. Ich fühlte mich von Gott berufen – dem musste ich folgen, auch trotz der Konsequenzen, die mir die Institution androhte. Ich bin dann in der Öffentlichkeit offen damit umgegangen, dass ich geweiht wurde.

 

Bitte um Prüfung der Berufung zum Priesteramt

 

Vor ca. 3 Jahren trafen Weihbischof Renz und ich uns in seinem Privathaus in Rottenburg zu einem 4h Gespräch, um das ich ihn vor über einem Jahr im Rahmen von Firmfeierlichkeiten in unserer Gemeinde gebeten habe.

Ich bat ihn darum, meine Berufung zur röm. kath. Priesterin im Sinne der Zeichen der Zeit zu prüfen, wie es seine Pflicht ist. Und er stimmte beim Wiederholen der Frage zu. Immer wieder (seit meinem 19. Lebensjahr) ist er mir an markanten Punkten meines Lebens „über den Weg gelaufen“ und als ich im Rahmen eines Jugendtages Schwester Luitraud davon erzählte, verpflichtete sie mich darauf mit Herrn Renz zu sprechen. Im Nachgang zu diesem Gespräch ließ ich Herrn Renz ein selbstgestaltetes Fotobuch zukommen, in dem alle Dokumente und Fotos (auch meiner contra legem Diakoninnenweihe!) und mein Lebensweg enthalten waren. Danach war ich felsenfest überzeugt, dass ich sofort die Konsequenzen spüren würde und meiner Ämter enthoben würde, doch nichts geschah- 3 weitere Jahre versah ich meine Dienste in meiner Kirchengemeinde.

Erst als eine Filmemacherin sich an mich wendete und ich alle Bekannten, Freunde, Familie und auch die Kirchengemeinde über das geplante Filmprojekt informierte, kam alles ins Rollen und jemand „denunzierte“ mich beim Dekan, der sich wiederum an den Bischof wandte, worauf Herr Renz wieder bei mir anrief und mir ankündigte, dass ich eben ab sofort keine Dienste mehr versehen dürfte.

Ab da rollte dann das kirchliche Verfahren gegen mich an und im März und April 2012 fanden die Voruntersuchungen durch das bischöfliche Offizialat in Rottenburg statt. Die Ergebnisse dieser Voruntersuchung sind derzeit mit einem Votum des Bischofs in Rom auf dem Tisch der Glaubenskongregation.

 

Sind Sie nach dem 15. Mai 2005 mit einer Stola, die über die linke Schulter gelegt wird, n der Öffentlichkeit aufgetreten?

 

Dies tat und tue ich im geschlossen Kreis, im Rahmen unserer Gruppe: Wenn wir in der Hausgemeinschaft Gottesdienst feiern, dann trage ich die Stola. Nicht aber in der Gemeinde in Eberstadt oder wo ich sonst ehrenamtlich tätig war.

 

 

Haben Sie in Ihrer Tätigkeit in der Gemeinde St. Maria Eberstadt oder in anderer Gemeinde andere Dienste wahrgenommen als die, die christgläubige Laien übernehmen können?

 

Nein, ich habe nur getan, was jeder dazu beauftragte Laie tun kann. Dass ich Diakonin bin, nehmen die Leute in den Gottesdiensten nicht wahr. Sollte es eine „rote Linie“ zwischen dem geben, was Laien zukommt, und dem, was Diakonen zukommt, so habe ich diese bisher nie überschritten.

 

Streben Sie die „Weihe zur Priesterin“ an?

 

Ja, mir fehlt noch der Master in Theologie als Zugangsvoraussetzung. Sollte ich irgendwie eine gleichwertige Ausbildung absolvieren – auf mein PH-Studium „draufsatteln“ - können, behalte ich mir vor, meiner Berufung zum Priestertum zu folgen.

 

Bitte an den Papst bzw. die Glaubenskongregation:

 

 

Hiermit bitte ich die römisch-katholische Kirche ganz offiziell, meine Berufung zur römisch-katholischen Priesterin durch Gott gewissenhaft im Sinne der Zeichen der Zeit zu prüfen, wie es ihre Pflicht ist.

 

Ich erwarte in angemessener Zeit eine Antwort.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Regina Ladewig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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