Bischof Romulo Braschi

BISCHOF ROMULO BRASCHI

berichtet über die BISCHOFSWEIHE, die er von Bischof Geronimo Podesta erhalten hat:

 

"Meine Bischofsweihe"
Romulo Braschi im Gespräch mit Gisela Forster und Werner Ertel über die Einzelheiten seiner Weihe durch den argentinischen Bischof Geronimo Podesta am 30.Januar 1999.

 


Es wird kaum kühler am Abend jenes heißen Tages, an dem die Sprecherin der deutschen Priesterinnen, Frau Dr. Gisela Forster und der Journalist Werner Ertel die engen, steilen Stufen zur kleinen Vorstadtwohnung Romulo Braschis emporsteigen. Unter dem Dach haben sich der argentinische Bischof und seine Frau Alicia eingemietet, auf vielleicht 65m2.

Es geht um Details zu der immer wieder gestellten Frage, was für ein römisch-katholischer Bischof er sei, und wie authentisch seine Weihe durch den argentinischen römisch-katholischen Bischof Geronimo Podesta sei. Die Bestätigung einer Rechtsanwältin und eines Notariats aus Buenos Aires mit der notariellen Aussage von 4 Zeugen über die Echtheit der Weihe kann Romulo Braschi vorlegen.

"Es war an diesem 30. Januar 1999, als sich Bischof Geronimo Podesta mit seiner Frau Clelia bei uns angesagt hatten", schaut Romulo zu seiner neben ihm sitzenden Frau Alicia, wie um ihre Erinnerung an diesen wohl bemerkenswertesten Tag in seinem Leben zu wecken. Podesta - bald danach verstorben - war Vorsitzender der argentinischen Vereinigung der verheirateten "Priester ohne Amt" gewesen - ein suspendierter, verheirateter Bischof, der um sich seine Herde, die amtsenthobenen, verheirateten Priester, scharte.

"Schon beim festlich gedeckten Abendtisch fiel mir auf, daß Podesta ungewöhnlich ernst und feierlich den Segen über das Mahl sprach, so als ob er etwas besonderes vorhätte", fährt Romulo fort und nimmt einen Schluck Fruchtsaft an dem kleinen, runden Tisch. Das Abendessen sei zwanglos in eine Eucharistiefeier am selben Tisch übergegangen: Geronimo habe die Wandlungsworte über Brot und Wein gesprochen.
Nach diesem Abendmahl - für Romulo und Geronimo war es das letzte - begaben sich die Diakone, einige Kinder, Romulo, Alicia und Clelia auf die Terrasse. Zurück blieb in einem Fauteuil im Speisezimmer ein in sich versunkener Geronimo Podesta.
"Plötzlich hörte ich seine Stimme befehlend rufen: 'Romulo, wo bist du? Komm her!' und ich eilte zu ihm.
Er schickte alle hinaus, auch seine Frau, die jedoch immer wieder die Nase zur Tür reinsteckte, weil sie sehr neugierig war und wissen wollte, was ihr Mann da vorhatte. Dann sagte er mir, er kenne mich zwar schon lange - wir hatten uns gemeinsam in den Siebzigerjahren gegen die Militärdiktatur gestellt - aber er wisse gar nicht so genau, was ich seelsorglich zur Zeit so alles mache. Er habe gehört, daß ich mich der Charismatischen Erneuerung in der Kirche verschrieben habe, daß ich Menschen die Hände auflege und um Heilung für sie bete."


Weihe im Speisezimmer

Dann fuhr er fort: "Romulo, du sollst Bischof werden. Ich möchte dich zum Bischof weihen, damit du künftig das tust, was ich nicht mehr tun kann: du sollst Frauen weihen und bewährte, verheiratete Männer. Das wird die Kirche der Zukunft sein, damit wird die Versorgung der Gemeinden mit Eucharistiefeier und Sündenvergebung gesichert sein und es wird endlich eine Gleichberechtigung der Frauen in unserer römischen Kirche geben. Ich erwiderte ihm mein 'Ich bin bereit', und dann ließ er alle anderen hereinkommen. Clelia fragte noch verwundert: 'Geronimo, was hast du vor?'
Er erhob sich aus dem Lehnstuhl, ich kniete vor ihm nieder. Er war ja fast 2 Meter groß, eine imposante Erscheinung - seine Familie stammte aus argentinischen Patrizierkreisen. Dann holte er mit seinen Händen groß aus und legte sie mir auf, fest und intensiv."
"Ja, er stand da mit geschlossenen Augen, ich war unmittelbar neben Romulo und konnte das sehen", ergänzt Alicia, die Romulos Erzählung Wort für Wort vom Spanischen ins Deutsche übersetzt.
"Dann", so Romulo, "betete er das Weihegebet in lateinisch und sagte zu allen Anwesenden: 'Wir haben einen neuen Bischof'. Er umarmte mich ganz herzlich. Die Leute klatschten und dann umarmten mich alle." Alicia nickt zustimmend, lächelt ihr gewinnendes, wissendes Lächeln. Sie assistierte ihrem Mann bei der Priesterinnenweihe am Donauschiff am 29.Juni 2002 und begleitet ihn zu allen seinen Pastoralreisen. In diesen Tagen sind die beiden schon wieder unterwegs zu den Gemeinden.

Tief enttäuscht vom Verrat der römischen Kirche am argentinischen Volk, vor allem an den einfachen Arbeitern, an den Armen und Besitzlosen, hatte Romulo Braschi sich gegen den Bund Militärdiktatur - katholische Kirche in Argentinien gestellt und seinen eigenen Weg einer charismatischen Erneuerung des Menschen aus dem Heiligen Geist gesucht. Er rückte von Rom und der romtreuen Hierarchie seiner Heimat ab - ohne jedoch zu verleugnen, daß er ein römisch-katholischer Bischof sei, von Bischof Padin 1998 und von Bischof Geronimo Podesta gültig - wenn auch unerlaubt - am 30.Januar 1999 zum römisch-katholischen Bischof geweiht.


Kein Schismatiker

"Ich bin kein Schismatiker", so Romulo zu der Erklärung Kardinal Ratzingers, nach der sieben Frauen am 29.Juni auf einem Donauschiff "von einem schismatischen Bischof" geweiht worden seien. "Ich habe mich nie offiziell von Rom getrennt, bin auch nie vom Vatikan exkommuniziert worden. Ich gehe in meiner Seelsorge allerdings eigene Wege". Ob diese Wege eher Gottes Wege sind als der momentane Kurs der römischen Kirche, wird sich - wie so oft in der Geschichte - wohl erst später zeigen. Dreihundert Jahre hatte es gedauert, bis Galileo Galilei von der Kirche rehabilitiert wurde, nur wenig mehr als drei Jahre allerdings währte die Verbannung des französischen Bischofs Jacques Gaillot in die im Wüstensand versunkene Diözese "Partenia". Natürlich ist Bischof Romulo Braschi nicht im Päpstlichen Jahrbuch "Annuario Pontifico" als Bischof geführt. Viele der weltweit viertausend römisch-katholischen Bischöfe stehen da nicht drin - und sind trotzdem gültig geweihte Bischöfe, die ihrerseits wieder sakramental gültig Weihen spenden können.

Es war eine echte "Nikodemus-Stunde" in Romulos kleiner Wohnung. Seine Augen leuchten, wenn er von seiner Weihe durch Podesta erzählt. Er hat als gültig geweihter römisch-katholischer Bischof sieben Frauen zu römisch-katholischen Priesterinnen geweiht. Und zu Gisela Forster gewandt: "Ihr müßt jetzt selbst entscheiden, wie und wo ihr in Zukunft als Priesterinnen tätig sein wollt". Als "episcopus vagans" hat er keine Diözese, in die er die Frauen inkardinieren könnte, keine Jurisdiktion, mit der er die Neupriesterinnen zum Beichthören oder Meßlesen ausstatten könnte. Er sendet sie "wie Schafe unter die Wölfe", so wie Jesus Christus seine Apostel aussandte: schon vor 2000 Jahren war die Hierarchie - die Hohepriester und Schriftgelehrten - der erste und ärgste Feinde von Jesu Jüngerinnen und Jüngern.
Daran scheint sich bis heute nichts geändert zu haben.

MONSIGNORE DR. ROMULO ANTONIO BRASCHI - BIOGRAPHIE

geboren 1942 in Argentinien
1966 in Buenos Aires zum römisch-katholischen Priester geweiht
Mitglied im Marianischen Orden (Orden de los Maristas)
Forschungen über die Religion der Naturvölker Südamerikas über deren Bräuche, Riten und Heilwesen
Während der Militärdikatur gehörte Monsignore Dr. Romulo Braschi der "Basis-Gruppenbewegung innerhalb der röm-kath. Kirche" an.


APOSTOLISCHE SUKZESSION

1. IN DER LINIE BISCHOF PADIN:

11.10. 1998 Bischofsweihe durch Bischof Roberto Padin.
Dessen apostolische Sukzession begründet sich auf:

  • Monsignore Mariano Rampolla des Tindaro (1843-1913)
  • Monsignore Joaquim Arcoverde des Albuquerque Cavalcante (1850-1930)
  • Monsignore Sebastiae Lemde da Silveira Cintra (1882-1942)
  • Monsignore Carlos Duarte Costa (1888-
  • Monsignore Salomao Ferraz (1880-1969)
  • Monsignore Manoel Ceia Larnjeira (1903-
  • Monsignore Roberto Garrido Padin (1945-
  • Monsignore Romulo Antonio Braschi (1941-

2. IN DER LINIE GERONIMO PODESTA

Romulo Braschi wurde - laut Notariatsakt - am 30.1.1999 von Geronimo Jose Podesta geweiht.
G.J.Podesta wurde am 22.1. 1962 von A.J. Plaza geweiht.
A.J.Plaza wurde am 25.7.1950 von Erzbischof Cenobio Merenzo Guilland geweiht.
C.M.Guilland wurde am 5.3. 1935 von A.N. Filippo Cortesi geweiht.
A.N.Filippo Cortesi wurde am 21.8. 1921 von Kardinal Antonio Vico geweiht.
Antonio Vico wurde am 9.1. 1898 von MARIANO RAMPOLLA DELL KIMBARO geweiht.

Werner Ertel
(Quelle: Dr.Manfred D.Kierein)



Bischof Romulo Braschi:

Das eine Jahr Gefängnis in Buenos Aires 1974 hat sein Leben radikal verändert: Romulo Braschi, Jahrgang 1941, römisch-katholischer Priester seit 1966, seelsorglich von Anfang an tätig in Arbeiterpfarren des Industriegebiets von Avellaneda bei Buenos Aires, wurde so wie viele andere Oppositionelle von der Militärjunta ins Gefängnis geworfen, ohne Anklage versteht sich. "Wir waren zu acht in einer engen Zelle, nur Beton, keine Pritschen, ein Klo. Wenn einer von uns rausgerufen wurde, wußten wir, was ihn erwartete: Folter, Elektroschocks, Scheinhinrichtungen. Viele haben das nicht überlebt, sind verschwunden, draußen ins Meer geworfen worden".
Bischof Romulo spricht spanisch, übersetzt von seiner Frau Alicia. Sie leben in einer bescheidenen Vorstadtwohnung in Mitteleuropa, wo er - zwischen den vielen Pastoralvisiten seiner Gemeinden in Brasilien, Spanien, Deutschland - für ein längeres Gespräch Zeit findet.

"Episcopus vagans" nennt die Hierarchie einen so lebenden Bischof verächtlich, als "Subkultur des 20.Jahrhunderts" bezeichnet dies der Sprecher des Erzbistums Wien abwertend.

"Nach ungefähr einem Jahr in verschiedenen Gefängnissen kam Mitte 1975 ein Militärgeistlicher im Rang eines Leutnants zu mir, sagte, das Ganze sei ein Irrtum gewesen, da ich offensichtlich kein Kommunist sei. Ich hätte Glück, daß ich noch am Leben sei. Jetzt solle ich verschwinden und ja nicht mehr als Priester unter diesen linken Elementen arbeiten, am besten, ich würde überhaupt nicht mehr in die Kirche zurückkehren".
Romulo Braschi braucht nicht zu ergänzen, daß die römisch-katholische Hierarchie Argentiniens, vom apostolischen Nuntius abwärts, zum größten Teil mit der Junta zusammenarbeitete. Daß sich das einflußreiche Opus Dei eindeutig auf seiten der Machthaber stellte. Diese nicht nur für Argentinien typische Anpassung der Kirche an die jeweiligen Machtstrukturen ist spätestens seit Chiles Pinochet bekannt. Ja, irgendwann habe sich die römische Kirche offiziell für diese ihre Haltung während der Militärdiktatur entschuldigt. Und?


Neue Wege

Der marienfromme Weltpriester Romulo Braschi - Mitglied einer Marianischen Kongregation - blieb nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis auf Distanz: auf Distanz zum Regime ebenso wie auf Distanz zu jener römisch- katholischen Kirche, die mit dem Regime kooperierte. Er wurde zum Dissidenten. Unter geänderten Vorzeichen erlitten römisch-katholische Priester in der damals kommunistischen Tschechoslowakei ein ähnliches Schicksal: da wie dort gingen sie in den Untergrund, wirkten unerkannt als Seelsorger in Häusern und Wohnungen, mißtrauten den Priestern an den Altären der großen Kathedralen.

Romulo Braschi kehrte nicht mehr in seine Pfarre mitten unter den Fabriken von Avellaneda zurück.

Als Priester stellte er sich in den Dienst der charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche. Ende der Siebzigerjahre erstarkte, ausgehend von den "Pfingstlern" in Amerika, weltweit die sogenannte "Charismatische Bewegung". Im deutschsprachigen Europa war der Theologe Dr.Heribert Mühlen mit seinen Büchern der geistige Vater dieser Bewegung, die auf eine Erneuerung des Christen aus dem Heiligen Geist zielte: des katholischen ebenso wie des evangelischen Christen oder welcher christlichen Bekenntnisse immer. Die Freikirchen und die freien evangelikalen Gemeinden waren die Vorkämpfer einer "charismatischen Kirche". Äußerlich erkannte man die "Charismatiker" an den im Abendland ungewohnten erhobenen Händen beim Gebet, am freien Lobpreisen und Singen, am "Reden in Sprachen" - wie es der Geist eingibt.


Katholisch-charismatisch

In den Ländern der Dritten Welt, besonders in Lateinamerika und Afrika, hatten die Charismatiker - dem Temperament der Menschen entsprechend - besonders starken Zulauf. In Argentinien schloß sich Romulo Braschi 1978 der "Katholisch-charismatischen Kirche Jesus König" an, die sich bald mit der "Katholisch-apostolischen Kirche Brasiliens" vernetzte. Diese brasilianische Ausformung einer geistbewegten Kirche war schon vor dem Zweiten Weltkrieg vom römisch-katholischen Bischof Carlos Duarte Costa gegründet worden. Anfang der Achtzigerjahre lernte Romulo Braschi im brasilianischen Priester Roberto Garrido Padin einen Seelsorger kennen, der spirituell und pastoral auf der gleichen Linie lag wie der charismatische Argentinier. Gemeinsam wollten sie ihr charismatisch-katholisches Gedankengut auch nach Europa bringen und gründeten Gemeinden in Spanien und Deutschland. Der Brasilianer Roberto Padin wurde 1989 zum Bischof geweiht, und zwar von Bischof Manuel Ceja Larnjeira, der seinerseits in der römisch-katholischen Sukzession stand. Padin war zu diesem Zeitpunkt Bischof der "Unabhängigen katholischen Kirche Brasiliens". In dieser Eigenschaft legte er Romulo Braschi im Oktober 1998 in den Räumen der griechisch-orthodoxen Erlöserkirche in München die Hände auf und weihte ihn zum Bischof - zu einem Bischof der brasilianisch-katholischen Kirche mit den Diözesen San Salvador und Bahia.

"Sub Conditione"

Ähnlich wie die Bischöfe und Priester der römisch-katholischen Untergrundkirche Tschechiens sich auf Verlangen des Vatikans nach dem Ende des Kommunismus "sub conditione" ein zweites Mal weihen lassen sollten - für den Fall, daß die Weihe im Untergrund aus irgendwelchen formalen Gründen ungültig gewesen wäre, ließ sich Romulo Braschi wenige Monate später, im Januar 1999, vom römisch-katholischen Bischof Geronimo Podesta aus Buenos Aires "sub conditione" zum Bischof weihen. Podesta sollte schon an der Weihe Braschis in München teilnehmen, war aber krankheitshalber verhindert.

Damit war Romulo Braschi - unabhängig von seinem bisherigen Bekenntnis zur brasilianisch-katholischen, beziehungsweise der argentinischen "katholisch-charismatischen Kirche Jesu König" - wieder von einem argentinischen römisch-katholischen Bischof zu einem "astreinen" römisch-katholischen Bischof geweiht worden. Podesta ebenso wie Braschi waren zum Zeitpunkt der Weihe verheiratet - keiner von beiden war aber je vom Vatikan exkommuniziert worden.


Keine Exkommunikation

Dieser Punkt ist es, auf den Monsignore Braschi besonderen Wert legt: im Gegensatz zu Zeitungsberichten, in denen er mit dem Beiwort "exkommunizierter" Bischof bedacht wird, sei er nie vom Vatikan exkommuniziert worden. Diese Kirchenstrafe des Ausschlusses, so Braschi mit dem neuen Canon iuris Canonici der römischen Kirche aus 1983 in der Hand, werde nur wegen Häresie, Apostasie oder Schisma verhängt. Und er, Braschi, sei weder ein Irrlehrer, noch sei er vom Glauben abgefallen oder habe eine Spaltung in der Kirche hervorgerufen. Das vatikanische Gerichtsverfahren einer Exkommunikation wurde niemals gegen ihn eingeleitet: Braschi ist nicht exkommuniziert.

Eher müsse man Rom in manchen Punkten der Irrlehre bezichtigen, wo es etwa um den Zwangszölibat oder um den Ausschluß der Frauen vom Priesteramt gehe, ergänzt der Weihebischof der sieben Frauen auf dem Donauschiff.

Von den rund viertausend römisch-katholischen Bischöfen weltweit werden übrigens nur knapp dreitausend im "Annuario Pontifico", im Päpstlichen Jahrbuch geführt. Die übrigen zählen zur species der "episcopi vagantes", der umherziehenden, nicht in eine nationale Bischofskonferenz integrierten und damit auch von niemandem zu kontrollierenden Bischöfe. In der apostolischen Sukzession stehen sie jedoch allemal: wem sie die Hände auflegen, der - oder die - ist sakramental gültig geweiht.

Text: Werner Ertel und Dr. Gisela Forster



ERKLÄRUNG VON MONSIGNORE DR. ROMULO BRASCHI
(autorisiert)

Ich, Monsignore Dr. Romulo Braschi, erkläre hiermit:
Ich bin im Jahre 1942 nach römisch-katholischem Ritus getauft worden. In den darauffolgenden Jahren erhielt ich die Sakramente der Heiligen Firmung und der Priesterweihe. Meine Wurzeln, meine Tradition sind somit römisch-katholisch. Man verliert diese Eigenschaft nie. Sie kann auch von keiner Institution annuliert werden. Deswegen war ich, bin ich und bleibe ich römisch-katholisch! Ich habe außerdem das Heilige Sakrament der Bischofsweihe nach dem römisch-katholischen Ritus bekommen. Somit stehe ich in der römisch-katholischen Apostel-Nachfolge (Sukzession). Sie ist korrekt bezeugt. Das bedeutet, dass mein Status insgesamt römisch-katholisch ist. Ich habe mich lediglich, aufgrund der bekannten Kollaboration des argentischen Klerus, besonders des Episkopats mit der argentinischen Militärdiktatur, von dieser Art Kirche distanziert. Ich bin aber immer noch römisch-katholisch. Schließlich - dies sei nochmals betont - habe ich die Bischofsweihe nach dem römisch-katholischen Ritus von einem römisch-katholischen Bischof und von einem ebenfalls in der apostolischen Sukzession stehenden zweiten Bischof erhalten.
So bin ich derzeit ein katholischer Bischof, entfalte aber keinerlei Aktivitäten für Rom. Deswegen habe ich ausdrücklich erklärt, dass ich die Weihe nicht für Rom, d.h. im Namen Roms erteile.
Ich betone, dass ich nie aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten bin, nie suspendiert oder gar exkommuniziert oder sonstwie aus irgendeinem Grund bestraft wurde. Die Tatsache, dass ich - wie ich es ausweise - in der apostolischen Nachfolge stehe, berechtigt mich, falls ich es wünschte, den Titel eines römisch-katholischen Bischofs zu tragen.

Aguilas, am 30. Juli 2002

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